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U5-Abschnitt: Planung abgeschlossen

Meilenstein geschafft: Die Planung für den U5-Abschnitt südlich der City Nord bis zur Jarrestraße steht. Jetzt hat das U5-Team diese auf einer Veranstaltung auf Kampnagel vorgestellt.

Eine Veranstaltungshalle ist gefüllt mit Menschen. Sie sitzen in Stuhlreihen im Kreis um eine Diskussionsrunde in der Mitte des Raumes. Links und rechts an den Wänden, große Leinwände mit einer Präsentation.

Volles Haus: Zum dritten Mal hatte die HOCHBAHN die Menschen aus der Nachbarschaft zur U5-Veranstaltung auf Kampnagel eingeladen – und wieder war die Resonanz enorm. „Tolle Sache, machen Sie weiter so“, begrüßte eine Anwohnerin aus der Jarrestadt die U5-Planung. Mit ihr waren rund 400 Interessierte am 25. Juni 2024 in den Veranstaltungssaal K4 gekommen. Was für ein tolles Engagement der Nachbarschaft – und das trotz des sommerlichen Wetters und der Fußball-EM! 

Die Planung für den U5-Abschnitt von der City Nord bis zur Jarrestraße ist abgeschlossen. Genau der richtige Zeitpunkt, um gemeinsam auf das Erreichte zurückzublicken, offene Fragen zu klären und vorzustellen, wie es jetzt weitergeht. 

 

Gemeinsamer Weg mit den Menschen vor Ort 

Waren Sie schon 2019 dabei? Damals stellte die HOCHBAHN das Projekt U5 stadtweit an mehreren Orten entlang der Strecke zum ersten Mal vor – und das auch auf Kampnagel. Was damals schon deutlich wurde: Viele Anwohnende entlang der stark frequentierten Buslinien in die Innenstadt, wie etwa der Linie 6, freuten sich darauf, mit der U5 in Zukunft schneller durch die Stadt zu kommen. 

Im Beteiligungsprozess der folgenden Jahre konnte die HOCHBAHN viele wertvolle Hinweise der Expert*innen vor Ort sammeln, ob im direkten Austausch oder digital in drei Online-Dialogen. Dazu zählten etwa die besondere Berücksichtigung der Barrierefreiheit an der Haltestelle Borgweg oder der Wunsch nach zusätzlichen Zugängen. Wo möglich, flossen diese Anregungen in die Planung ein. 

Jetzt, nach Abschluss der Planung, stellte das U5-Team die fertige Planung vor Ort vor und erläuterte viele Themen detailliert, u.a. das Bauverfahren entlang der 2,6 Kilometer langen Strecke oder die Integration der Kehr- und Abstellanlage zwischen den U5-Haltestellen Borgweg und Jarrestraße. „Ich freue mich ganz besonders, heute Abend so viele bekannte Gesichter im Saal zu entdecken“, begrüßte Frederik Ahlmann-Eltze, U5-Beauftragter für diesen Abschnitt, die Anwesenden. Zu ihnen zählten auch einige Menschen mit Behinderung, die der Einladung der HOCHBAHN zu der Veranstaltung gefolgt waren, auf der inklusive Maßnahmen die Teilnahme erleichterten, u.a. durch die Arbeit zweier Gebärdendolmetscherinnen.

Ein besonders intensiv diskutiertes Thema vor Ort: Die vorrübergehende Nutzung der Kleingartenfläche am Goldbekufer als Baustelleneinrichtungs-Fläche (BE-Fläche). Dabei konnten die U5-Experten ausführlich erläutern, welche Faktoren bei der Wahl der Fläche eine Rolle spielen: etwa eine bestimmte Größe, die Nähe zur Baugrube sowie die Erreichbarkeit der Fläche.

Der Bezirk Hamburg-Nord in Person von Hans-Peter Boltres, Dezernent für Bauen, Wirtschaft und Umwelt aus dem Bezirksamt, benannte die Gründe, die das Bezirksamt bei der Festlegung letztendlich miteinander abwägen musste. Ein Besucher und Befürworter der Kleingärten brachte den Zwiespalt bei diesem Thema auf den Punkt: „Wir sind nicht gegen die Mobilitätswende, aber für den Erhalt des Biotops am Goldbekufer“. 

Ein weiterer Themenschwerpunkt für viele Besucher*innen auf Kampnagel: Die besondere Barrierefreiheit der U5-Haltestelle Borgweg aufgrund der nahegelegenen Einrichtungen und Initiativen für Menschen mit Behinderung und Mehrfachbehinderung. Diese wird in verschiedenen Aspekten berücksichtigt, etwa im Zwei-Sinne-Prinzip, nach dem eine neue U5-Haltestelle mindestens zwei Sinne ansprechen soll.

Zusätzlich besonders am Borgweg: Es gibt einen durchgehenden Aufzug von der Bahnsteig- bis zur Straßenebene. Da die U5 größtenteils unter stark befahrenen Straßen liege, sei das nicht immer möglich, erläuterte U5-Bauingenieur Philipp Elsner. „Hier haben wir intensiv geplant und das möglich gemacht.“ Selbstverständlich ist auch der Übergang zwischen U3 und U5 komplett barrierefrei.
 

 

Lage der Haltestellen und Notausgänge 

 

Grafik zeigt Streckenverlauf der U5 von der Haltestelle City Nord (Stadtpark)(offene Bauweise) über U Borgweg bis zur U Jarresstraße (offene Bauweise). Die U-Bahn fährt unterhalb des Stadtparks entlang (geschlossene Bauweise). Ebenso kann der Grafik entnommen werden wo sich die Haltestellen befinden (offene Bauweise).

 

Wo die beiden U5-Haltestellen Borgweg und Jarrestraße liegen, steht schon länger fest. Ergebnis der aktuellen Planungen ist die frühzeitigere Inbetriebnahme der U5-Strecke bis einschließlich zum Borgweg: Schon ab 2033 soll die U5 am Borgweg halten. Lesen Sie hier mehr dazu. 

Ab 2035 soll dann auch U5-Haltestelle Jarrestraße eröffnet werden. Insgesamt 14.500 Anwohnerinnen und Anwohner erhalten damit erstmalig einen direkten Zugang zur U-Bahn. Schauen Sie sich hier an, wie die U5-Haltestelle Jarrestraße aussieht. 

Neben den beiden Haltestellen werden drei Notausstiege – in der Otto-Wels-Straße, im Südring und an der Barmbeker Straßenbrücke – sowie der Streckenabschnitt zwischen den Haltestellen Borgweg und Jarrestraße offen gebaut (siehe Grafik). Die Strecken zwischen City Nord und Borgweg sowie südlich der Jarrestraße werden per Tunnelbohrmaschine unterirdisch gebohrt. 

 

Weitere Fragen und Antworten der Veranstaltung auf Kampnagel: 

 

Wird die Barmbeker Straße während der Bauzeit befahrbar sein?

Ja, die Barmbeker Straße soll während der Bauzeit mit zwei Fahrspuren, jeweils eine pro Richtung, befahrbar sowie Flächen für Geh- und Radwege vorhanden sein.  

Warum werden die Kleingärten am Goldbekufer als BE-Fläche genutzt?

Im Rahmen der Bauausführung hat die HOCHBAHN U5 Projekt GmbH verschiedene Flächen im Stadtteil für die Baustelleneinrichtung (BE-Fläche) geprüft. In diesem Prozess wurden mehrere potentielle Flächen im Stadtteil aufgrund ihrer hohen Wertigkeit für die Allgemeinheit vom Bezirk abgelehnt. Durch den Verweis des Bezirksamtes auf das Stadtentwicklungsprojekt am Goldbekufer trat die HOCHBAHN U5 Projekt GmbH in Kontakt mit dem LIG, wodurch die Möglichkeit der temporären Mitnutzung einer Teilfläche des Areals entstand. Dadurch entstehen Synergieeffekte auf einer Fläche, die ohnehin u.a. für Wohnungsbau sowie eine öffentliche Nutzung neu geplant werden soll. Damit sind andere Flächen im Stadtteil nicht von der Nutzung als BE-Fläche betroffen. Die HOCHBAHN U5 Projekt GmbH steht im Austausch mit dem für das Stadtentwicklungsprojekt zuständigen Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen (LIG) sowie dem Landesbund der Gartenfreunde in Hamburg (LGH).

Welche alternativen Flächen zur BE-Fläche am Goldbekufer wurden geprüft?

Alternativ wurden der Sportplatz der Schule Forsmannstraße, der Bolzplatz Poßmoorweg, der Spielplatz Wiesendamm 135 sowie der Sportplatz der Hamburg Pioneers geprüft. Diese Flächen wurden jedoch aufgrund ihrer sehr hohen Wertigkeit vom Bezirksamt Hamburg-Nord abgelehnt. Stattdessen sollen Synergieeffekte mit dem städtebaulichen Entwicklungsprojekt des LIG am Goldbekufer auf den aktuellen Flächen des Kleingartenvereins 422 genutzt werden. 

Wird der Goldbekkanal während der Bauzeit gesperrt?

Der Goldbekkanal wird voraussichtlich für die Dauer des Tunnelbaus im Bereich des Kanals für etwa anderthalb Jahre gesperrt werden und ist somit nicht mehr für Wassersportaktivitäten nutzbar. Über den Barmbeker Stichkanal und den Osterbekkanal steht weiterhin eine Verbindung auf dem Wasserweg zur Alster zur Verfügung. 

Kommen Anwohner*innen und Rettungskräfte während der Bauzeit in jedes Haus?

Während der Bauausführung sollen die Einschränkungen für die Anlieger *innen so gering wie möglich gehalten werden. Die Erreichbarkeit der Häuser sowie eine Erreichbarkeit aller Häuser z.B. mit Einsatzwagen der Feuerwehr oder der Müllabfuhr muss gewährleistet werden. Wenn in Einzelfällen die Zugänglichkeit eines Gebäudes nicht gewährleistet werden kann, sind besondere Regelungen zu treffen. 

Wie wird der Verkehr während der Bauzeit durch die angrenzenden Quartiere geleitet?

Dies ist zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht festgelegt, sondern erfolgt im Rahmen der Entwicklung eines großräumigen Umleitungskonzepts. Dieses Konzept ist derzeit in Erstellung und wird öffentlich vorgestellt, sobald dieses finalisiert und mit den zuständigen Stellen abgestimmt wurde.

 

Wie es jetzt weitergeht 

Um die Baugenehmigung für den U5-Abschnitt zu erhalten, reicht die HOCHBAHN U5 Projekt GmbH die fertigen Planungen bei der Planfeststellungsbehörde zur Genehmigung ein. Dies soll voraussichtlich im Herbst 2024 erfolgen. Die Behörde prüft die Planungen und erteilt am Ende die Baugenehmigung. Jeder Interessierte hat die Möglichkeit, die Planungen einzusehen, Stellung zu beziehen bzw. Einwände vorzubringen. Die Zeiträume für die Auslegung werden noch bekannt gegeben. Das gesamte Planfeststellungsverfahren liegt in der Verantwortlichkeit der prüfenden Behörde. Einwendungen müssen daher bei dieser vorgebracht werden.

Wenn die Baugenehmigung vorliegt, kann gebaut werden. Die ersten bauvorbereitenden Maßnahmen wie etwa Leitungsverlegungen sind für 2026 angestrebt, die eigentlichen Bauarbeiten für Tunnel und Haltestelle für 2028.

 

Was wir jetzt schon wissen – und was nicht 

Während das Planfeststellungsverfahren läuft, arbeiten die Kolleginnen und Kollegen weiter daran, wie die Bauarbeiten im Detail ausgeführt werden, also wann welche Baustelle wie lange an welchem Ort stattfinden wird. Wie gewohnt informieren wir die Anwohnerinnen und Anwohner darüber, sobald es hierzu Neuigkeiten gibt. 

 

 

Weitere Informationen 

 

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Kommentare

Gespeichert von Hartwig Hillers am Do., 27.06.2024 - 17:57

Moin
und danke für die weiteren Informationen.
Fügen Sie bitte noch im zweiten Absatz unter der Karte:
"Schauen Sie sich hier an, wie die U5-Haltestelle Jarrestraße aussieht." den entsprechenden Link ein?

Hallo Herr Hillers,

vielen Dank für den Hinweis. Den Link haben wir gerade eingefügt.

Gespeichert von Michael Kahnt am Fr., 28.06.2024 - 13:37

Was wird die Funktion des neuen Eingangsgebäudes an der Barmbeker Straße sein? Auf den ersten Blick wirkt es überdimensioniert und unnötig. Der Zugang zur Haltestelle der U5 erfolgt unterirdisch und für den Übergang zur Haltestelle der U3 wäre eine einfache Brücke ausreichend. Möglicherweise soll das Gebäude weitere Funktionen umfassen, was dessen Größe nachvollziehbar machen würde.

Hallo Herr Kahnt, 

vielen Dank für Ihre Frage. 

Das Eingangsgebäude am Borgweg spiegelt die Bedeutung des neuen Zugangs für die umliegenden Wohngebiete sowie die Umstiegsbeziehung zwischen U3 und U5 wider. Denn im Bereich des neuen Eingangsgebäudes entstehen nicht nur der Zugang zur neuen U5 und der Übergang zur U3 über eine Brücke, sondern auch der unterirische Übergang zwischen der Bestandslinie U3 und der neuen Linie, selbstverständlich alle barrierefrei. Beide Linien erhalten eine gemeinsame, unterirdische Schalterhalle und die entsprechenden Verbindungstunnel. Dies erfordert verschiedene Treppen und Rolltreppen, die unter anderem zur Geometrie des Gebäudes führen. Um einen möglichst direkten Umstieg zwischen Fahrrad und U-Bahn zu schaffen, soll in das Eingangsgebäude zudem ein Fahrradparkhaus (B+R) integriert werden.  

Gespeichert von Peter Hartkopp am So., 30.06.2024 - 13:55

Ich, der Kleingärtner, wurde falsch zitiert. Ich sagte nicht, dass ich nicht gegen die U5 bin. Ich sagte, dass ich nicht gegen die Mobilitätswende bin. Das ist ein himmelweiter Unterschied, zumal ich gegen die geplante Streckenführung dich die Stadt bin. Ich wünsche mir eine Tangente.
Ich bitte dieses zu korrigieren.

Hallo Herr Hartkopp, 

vielen Dank für Ihren Kommentar. Sie haben sich auf der Veranstaltung am 25. Juni auf Kampnagel dahingehend geäußert, dass Sie nicht gegen die Mobilitätswende und nicht Gegner der U5 seien. Dies haben verschiedene Kolleginnen und Kollegen, die am Dienstag ebenfalls an der Veranstaltung teilgenommen haben, bestätigt. Gemäß Ihrem Wunsch haben wir das Zitat nun abgeändert. 

Also wirklich, hier geht es um ein Infrastrukturprojkt für hundertausende und alles was Sie interessiert, ist ihre Kleingartenwelt. Übrigens wollen Sie sich ja im Zweifel wegtragen lassen. Dazu melde ich mich freiwillig.

Gespeichert von Michael Kahnt am Mo., 01.07.2024 - 07:20

Es regt sich Widerstand gegen die Pläne. https://stand-up-winterhude.de/
Dabei geht es offenbar um die Wahl der Baustelleneinrichtungsflächen. Nach dem jetzigen Stand der Planung sollen Kleingärten am Goldbekkanal weichen.
Wie geht die Hochbahn mit diesem Widerstand um? Was kann sie den Kleingärtnern anbieten? Wo ist der Dialog?

Hallo Herr Kahnt, 

vielen Dank für Ihren Kommentar.

Grundsätzlich sucht und führt die HOCHBAHN U5 Projekt GmbH den offenen Dialog mit den Menschen und Institutionen vor Ort. Im Fall der Baustelleneinrichtungsfläche (BE-Fläche) am Goldbekufer steht die HOCHBAHN U5 Projekt GmbH bereits seit langer Zeit im offenen, intensiven und konstruktiven Austausch mit dem Landesbund der Gartenfreunde, den betroffenen Kleingärtnern sowie den ansässigen Institutionen vor Ort. Dabei wurde der zu dem jeweiligen Zeitpunkt gültige Planungsstand transparent kommuniziert. In diversen Rückmeldungen nach der Veranstaltung auf Kampnagel wurde der HOCHBAHN U5 Projekt GmbH für eine gelungene Kommunikation und einen Dialog zu dem Thema gedankt. Selbstverständlich wird auch in Zukunft der intensive und transparente Austausch mit allen betroffenen und relevanten Gruppierungen, Organisationen und Menschen vor Ort stattfinden. 

Dialog und Austausch mit den Menschen und Institutionen vor Ort? Offenbar nicht mit allen.
MOPO 21.7.2024
https://archive.ph/20240721074527/https://www.mopo.de/hamburg/fuer-ries…
Ich sehe ein, dass es die Baustelleneinrichtungsfläche für den Bau der U-Bahn geben muss. Aber es muss auch weiterhin ausreichend Grünflächen und Grünachsen in dieser Stadt geben, damit wir in Zukunft Orte haben, an denen es in den heißen Sommern kühler ist.

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