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So entsteht die Baugrube 

Bauwerk im Bauwerk: Bevor es mit dem eigentlichen Bau der Haltestellen und Tunnel losgeht, muss eine Baugrube in offener Bauweise hergestellt werden. Wie das funktioniert, erfahren Sie hier.

Aushebung Haltestelle City Nord: Ein Schlitzwandgreifer hebt Erde aus.

Alle Haltestellen der U5, die Tunnelstrecke im Bereich der City Nord sowie im Übergang zur Haltestelle Sengelmannstraße und die Notausstiege werden offen gebaut. Diese offene Bauweise ist ein sicheres und erprobtes Verfahren, das wir hier detailliert erläutert haben.  

Doch wie entsteht eigentlich die Baugrube, in der später die eigentlichen U-Bahn-Bauwerke hergestellt werden? Schritt für Schritt lassen sich die Arbeiten gerade gut in der City Nord beobachten. Das Ziel: Eine stabile Baugrube, denn die Bauarbeiten finden in großer Tiefe statt – teilweise unterhalb des Grundwasserspiegels.

Wo Wände unter der Erde entstehen 

Im ersten Schritt werden die seitlichen Wände der Baugrube gebaut, welche diese vor nachrutschender Erde stützen und schützen. Man bezeichnet sie auch als Schlitzwände, da sie nicht oberhalb der Erde entstehen, sondern in unterirdischen Schlitzen. Eine Schlitzwand ist eine Stahlbetonwand, die zwischen 60 und 150 cm breit und bis zu 40 bis 50 Meter tief ist. Ein spezieller Seilbagger mit einen besonderen Aushubwerkzeug, der sogenannte Schlitzwandgreifer (siehe Foto), hebt diese senkrechten Schlitze aus.

 

Auf der Baustelle City Nord der Schlitzwandgreifer.

 

Hier ist Genauigkeit gefragt, schließlich soll hier später eine gerade Baugrubenwand entstehen. Der Schlitzwandgreifer baggert entlang von Leitwänden. Dies sind 1,20 Meter tiefe, provisorische Wände, die zuvor errichtet wurden, um dem Schlitzwandgreifer die Richtung vorzugeben.  

Unter der denkmalgeschützten Fußgängerbrücke lassen sich diese gut erkennen (siehe Foto). Besondere Herausforderung an der Stelle: Aufgrund der beschränkten Höhe unter den Brücken kommen Spezialgeräte zum Einsatz. Lesen Sie hier mehr dazu. 

 

Blick auf eine Fußgängerbrücke City Nord, unter der Brücke die Baustelle

 

Während der Bagger gräbt, wird gleichzeitig Bentonit (siehe Foto) als provisorische Stützflüssigkeit in den Schlitz gefüllt, um diesen in der Zwischenzeit zu stabilisieren.

 

Aus einem Rohr fließt Bentonit in die ausgehobenen Schlitzwände.

  

Ist ein Abschnitt fertig ausgehoben, werden Bewehrungskörbe (siehe Foto) – dreidimensionale Drahtgitter aus Stahl – in den Schlitz eingesetzt und mit Beton gefüllt. Das Bentonit wird im gleichen Zug abgepumpt und im nächsten Abschnitt wiederverwendet. 

 

Zu sehen ist die Baustelle der Haltestelle City Nord und Bewehrungskörbe.

 

Die Schlitzwände sind nun fertig und sorgen auf beiden Seiten der Grube für Stabilität. So geschützt kann jetzt die Baugrube ausgehoben werden.

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Kommentare

Gespeichert von Ulf Meins am Fr., 12.04.2024 - 16:21

Wieviel db Lautstärke wird durch den Schlitzwandbau produziert?
Das ist ein technischer Parameter, der durchaus interessant ist.

Gespeichert von Moderation am Mi., 17.04.2024 - 15:21
Antwort auf von Ulf Meins

Hallo Herr Meins,  

vielen Dank für Ihr Interesse am Bau der U5.

Die Lautstärke, die durch den Schlitzwandbau entsteht, lässt sich nicht in einer Dezibelangabe angeben, da für den Schlitzwandbau verschiedene Arbeitsschritte mit unterschiedlichen Baugeräten notwendig sind. Zudem handelt es sich bei den Dezibelangaben von Baumaschinen um Emissionswerte, also Werte, die die Geräte erzeugen. Daraus lässt sich jedoch nicht der Immissionswert ableiten, also der Wert, der an bestimmten Punkten in der Umgebung ankommt. Dieser hängt von verschiedenen Parametern ab, im Wesentlichen von der Entfernung zum Immissionsort. Da die Baumaschinen beweglich sind, ändert sich die tatsächliche Lärmkulisse zudem ständig.

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