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Inflationsbedingt: Kostensteigerung U5 Bramfeld – City Nord

Hintergrund sind vor allem die Corona-Pandemie sowie der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine. Hochbahn hat solide geplant.

Zwei Kräne auf einer Baustelle.

Die Bauarbeiten für die neue U5 auf dem Abschnitt Bramfeld – City Nord laufen und liegen voll im Zeitplan. Doch Preissteigerungen und Inflation ziehen auch an der HOCHBAHN nicht spurlos vorbei. Die Corona-Pandemie und der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine sorgen dafür, dass die bisher veranschlagten 1,8 Milliarden Euro für den Bau des ersten Abschnitts der neuen U5 nicht ausreichen werden. Die prognostizierten Kosten hierfür erhöhen sich um 60 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro bis zur Fertigstellung dieses Abschnitts Anfang der 30er Jahre.

Haben die Planer*innen falsche Annahmen getroffen? Ist das Projekt doch aufwendiger als ursprünglich gedacht? Oder ist es die Inflation, die wir alle jeden Tag zu spüren bekommen? Und: Wird sich der Bund trotz der Mehrkosten weiter an den Projektkosten beteiligen?

Wie werden die Kosten überhaupt ermittelt?

Nach den Kostenexplosionen beim Bau der Elbphilharmonie hat Hamburg sich auf den „Grundsatz des kostenstabilen Bauens“ festgelegt, der bei jedem öffentlichen Bauprojekt angewendet werden muss. Hier werden neben den Bau- und Baunebenkosten (zu den Nebenkosten gehören z.B. Kosten für Planung, Genehmigungen, Gutachter) auch erwartete Preissteigerungen über die Laufzeit des Projektes berücksichtigt – so auch bei der U5 Bramfeld – City Nord. 

2019 wurden die Kosten auf eine Projektlaufzeit von 10 Jahren aufgestellt. Die Aufstellung erfolgte unter Berücksichtigung vergangener Entwicklungen in der Baubranche und mit Einberechnung von Risikofaktoren und zu erwartenden inflationsbedingten Preissteigerungen. Nicht planbar und unerwartet kamen Corona-Pandemie und Krieg in den vergangenen Jahren auf uns zu und sorgten dafür, dass zum einen die Baupreise so stark wie seit 50 Jahren nicht mehr gestiegen sind und es zum anderen immer wieder zu Unterbrechungen und Ausfällen der Lieferketten kam.

Mehrkosten aufgrund von Inflation – Planung der U5 solide

Auf Grundlage der aktuellen Preisentwicklung hat die HOCHBAHN in den vergangenen Wochen und Monaten die erwarteten Kosten für den ersten Bauabschnitt der U5 neu berechnet. Das Ergebnis: Die Mehrkosten sind fast ausschließlich auf Inflationseffekte zurückzuführen. Hinzu kommt die aktuell angespannte Marktlage der Baubranche.

Kein Grund für die Kostensteigerung ist die Planung auf dem ersten U5-Abschnitt. Die bisher positiv verlaufenden Ausschreibungen bestätigen die solide Planung der HOCHBAHN. Das bedeutet: Es wurde mit ausreichenden Mengen an Material und Arbeitsaufwand geplant. Nicht einzuplanen waren die erhöhten Energie- und Baupreise, die jetzt die Kosten für das Bauprojekt treiben.

Konservative Rechnung der HOCHBAHN

Nichtsdestotrotz: Bei den aktuell prognostizierten Baukosten für den ersten Abschnitt der U5 von 2,8 Milliarden Euro handelt es sich um eine konservative Rechnung, die nicht eintreten muss. Ab 2025 wird als Grundlage eine jährliche Inflationsrate von 4,8 Prozent angenommen. Durch diese pessimistische Annahme wird das Risiko weiterer Kostensteigerungen minimiert. Der statistische Mittelwert der Jahre 2002 – 2021 lag den Daten des statistischen Bundesamtes zufolge bei 2,4 Prozent.

Förderung der U5 durch Bund nicht gefährdet

Die Kosten für Planung und Bau des ersten Abschnitts der U5 (Bramfeld–City Nord) können mit bis zu 75 Prozent durch den Bund gefördert werden. Ein entsprechender Förderantrag befindet sich seitens der HOCHBAHN in Arbeit. Ist eine Zusage nun gefährdet? Hier lässt sich klar mit Nein antworten: Die Inflation hat keine Auswirkungen darauf, ob das Projekt „förderfähig“ ist oder nicht. Noch besser: Auch von den möglichen Inflationskosten trägt der Bund bei einer Förderung bis zu 75 Prozent. Hamburg müsste im Idealfall also nur 25 Prozent der Mehrkosten tragen (und auch nur ein Viertel der Gesamtkosten). 

Aber: Wie sicher ist es überhaupt, dass der Bund das Projekt fördert? Aufgrund der engen Abstimmung im Förderverfahren zwischen HOCHBAHN, Hamburg und dem Bund sind die Fachleute vor Ort sehr zuversichtlich: Der Bund wird das Projekt fördern.

 

 

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Kommentare

Gespeichert von Rainer Wuschansky am Fr., 07.07.2023 - 16:07

Meiner Meinung nach kann auf die geplanten Haltestellentüren verzichtet werden und erhebliche Kosten eingespart werden. Ist ja ganz nett, wenn man so etwas hat, ist aber auch ganz schön teuer.

Guten Tag und vielen Dank für Ihre Nachricht. 

Sie sprechen sicherlich von den Bahnsteigtüren, die im Rahmen des vollautomatischen U-Bahn-Betriebs der U5 eingebaut werden.  

Die Bahnsteigtüren sind aus vielerlei Hinsicht für die Fahrgäste sowie für den Betriebsablauf der U5 essenziell. Sie sorgen für mehr Sicherheit für die Fahrgäste und stabilisieren den U-Bahn-Betrieb: 

  • Die Gleise können nicht mehr betreten werden. Es kann also nicht mehr zu Unfällen im Gleisbett oder zu einem unzulässigen Betreten der Gleise kommen. Das Betreten der Gleise stellt nicht nur ein Sicherheitsrisiko dar, es schränkt auch den Fahrbetrieb ein.  

  • Um die geplante enge Taktung (bis zu 90-Sekunden-Takt) einhalten zu können, sind die Bahnsteigtüren entscheidend. Sie ermöglichen es, dass Ein- und Ausfahrtsgeschwindigkeiten der Züge flexibler anpassbar sind und ermöglichen ein zügiges und unkompliziertes Ein- und Aussteigen für die Fahrgäste. 

  • Weniger Gegenstände und Müll gelangen in den Gleisbereich. Zum einen sinkt dadurch der Reinigungsaufwand, zum anderen kommt es dadurch zu weniger Betriebsunterbrechungen. 

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