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Barmbek profitiert von U3-Haltestelle Fuhle

Eine Bereicherung für den Stadtteil oder eigentlich schon jetzt gut erschlossen? HOCHBAHN-Projektleiter Volker Schmidt erläutert, warum die Vorteile der U3-Haltestelle Fuhle überwiegen.

HOCHBAHN-Projektleiter vor der Brücke der U3 an der Fuhlsbüttler Straße

Braucht Barmbek-Nord eine weitere U-Bahn-Haltestelle? Auch diese Frage diskutierten die Menschen im Online-Dialog engagiert. HOCHBAHN-Projektleiter Volker Schmidt, der bereits den Neubau der U1-Haltestelle Oldenfelde geplant hat, erklärt im Interview, warum die Vorteile einer zusätzlichen U3-Haltestelle zwischen Barmbek und Habichtstraße überwiegen.

Frage: „Großartig“, eine „Bereicherung“ oder „Freu mich schon sehr drauf! Endlich nicht mehr der volle 7er Bus bis Barmbek" - viele Barmbekerinnen und Barmbeker haben im Online-Dialog die Ausbaupläne der HOCHBAHN begrüßt. Wie schätzen Sie das ein?
Antwort: Das ist verständlich, denn die Erschließungswirkung spricht eindeutig für die zusätzliche U3-Haltestelle an der Fuhlsbüttler Straße. 10.000 Anwohnerinnen und Anwohner werden mit ihr direkt an das Schnellbahnnetz angebunden.

Ein weiterer Vorteil - und das wurde in den Kommentaren völlig richtig erkannt - ist die Entlastung der voll besetzten Buslinien. Viele Fahrgäste wollen schnellstmöglich zur nächstgelegenen S- oder U-Bahn-Haltestelle. In Zukunft bekommen sie die direkt um die Ecke und steigen damit nicht nur früher ein, sondern erreichen auch schneller ihr Ziel.

Weniger Busverkehr auf der Fuhle bedeutet zugleich auch mehr Lebensqualität für den Stadtteil. Als umweltfreundliches und nachhaltiges Mobilitätsangebot bringt die U-Bahn die Menschen komfortabel, schnell und ohne Stau durch die Stadt.

Dabei sei der Stadtteil doch schon jetzt gut erreichbar, äußern andere Stimmen: „Es gibt kaum einen anderen Bereich in der Stadt, der verkehrstechnisch so gut ausgebaut ist wie Barmbek-Nord.“
Untersuchungen wie die Konzeptstudie zum U-Bahn-Netzausbau 2014 haben den Bereich trotz bereits bestehender Schnellbahnhaltestellen in der Nähe wie U/S Barmbek, U Habichtstraße und S Alte Wöhr als Potenzialgebiet mit den bereits genannten erschlossenen 10.000 Anwohnerinnen und Anwohnern identifiziert. Eine Überlegung war es, den Bereich mit der neuen U5 zu erschließen. Als die Linienführung deutlich weiter nördlich (Ecke Nordheimstraße/Fuhlsbüttler Straße) feststand, wurde der Bedarf einer zusätzlichen U3-Haltestelle im Bereich Fuhlsbüttler Straße 2018 erneut geprüft und im Ergebnis für sinnvoll erachtet.

Zudem profitiert nicht nur die direkt erschlossene Nachbarschaft von der zusätzlichen Haltestelle. Entlastet wird damit auch der bereits stark frequentierte S- und U-Bahnhof Barmbek. Gut zehn Prozent der Umsteigerinnen und Umsteiger sollen hier in Zukunft wegfallen, da sie früher einsteigen.

Trotzdem gäbe es viel wichtigere Lücken im Netz, kommentieren andere Stimmen.
Die Fuhle ist eine wichtige Lücke im Netz. Parallel dazu ist die HOCHBAHN aber schon seit einigen Jahren mit Hochdruck dabei, ihr U-Bahn-Netz in allen Ecken der Stadt auszubauen. Neben der komplett neuen U-Bahn-Linie 5 quer durch die Stadt, immerhin 23 Stopps von Bramfeld bis zu den Arenen, wird die U4 am östlichen Ende auf die Horner Geest um zwei Stationen verlängert. Ende 2020 ist zudem die Planung für die U4 auf den Grasbrook gestartet. Fertiggestellt ist bereits die U1-Haltestelle Oldenfelde. Letztere ist ein schönes Beispiel dafür, wie eine zusätzliche Haltestelle auf einer bestehenden Linie noch mehr Anwohnerinnen und Anwohnern eine fußläufig erreichbare U-Bahn-Haltestelle um die Ecke bietet. Die Rückmeldungen aus dem Umfeld und auch die Auslastung der B+R-Anlage haben uns gezeigt, dass hier ein großer Bedarf besteht. Und für die U3-Fuhle werden sogar noch mehr tägliche Einsteiger*innen prognostiziert als einst für Oldenfelde.

Die Distanz zur U/S Barmbek sei aktuell schon gering, führen Kritiker der Planung an: „Jeder schafft es zwei Bushaltestellen bzw. ca. 13min zu Fuß vom geplanten Standort zum Barmbeker Bahnhof. Zur Habichtstraße ist es ähnlich nah.“
Vor allem für mobilitätseingeschränkte Personen oder Menschen mit Kinderwagen sind diese 13 Minuten Fußweg eben nicht so leicht zu schaffen. Auch auf dem täglichen Arbeitsweg zählt oft jede Minute. An der Fuhle können alle barrierefrei in die U-Bahn einsteigen und kommen insgesamt schneller an. Und zwei Minuten Fahrzeit mit der U-Bahn gegenüber 13 Minuten zu Fuß bringen ja immerhin eine Zeitersparnis von über 10 Minuten.

Zudem steigert die verbesserte Erreichbarkeit des Stadtteils seine Attraktivität und insbesondere auch die der Fuhlsbüttler Straße als Einkaufsmeile. Das Projekt hat somit auch erhebliche Vorteile aus Sicht der Stadtentwicklung.

Mit der zusätzlichen Haltestelle verlängert sich die Fahrzeit auf der Strecke. Wie ist dieser Aspekt einzuordnen?
Durch die neue Haltestelle wird sich die Fahrtzeit um ca. eine Minute verlängern. Dies kann jedoch durch vorhandene Fahrzeitreserven aufgefangen werden. Folglich können auch künftig alle bahnsteiggleichen Anschlüsse, z. B. am Berliner Tor oder an der Kellinghusenstraße gehalten werden.

Zudem werden die Beeinträchtigungen während der Bauzeit, z.B. die Auswirkungen der Baustelle oder der möglichen Fällung von Bäumen, als Argument gegen die Haltestelle angeführt.
Natürlich bringt die Bauzeit Beeinträchtigungen für die Anwohnerinnen und Anwohner mit sich. Diese sind aber zeitlich begrenzt. Ist die U3-Haltestelle erst einmal fertig, profitieren die Menschen die nächsten 100 Jahre davon. Die Investition muss also immer ins Verhältnis zu ihrem langfristigen Nutzen gesetzt werden. Bäume, die für den Neubau gefällt werden müssen, werden im Anschluss selbstverständlich soweit möglich standortnah wieder nachgepflanzt. Wie viele Bäume genau betroffen sein werden, kann erst zu einem späteren Planungszeitpunkt ermittelt werden.
 

Im Online-Dialog zur U3-Haltestelle Fuhle brachten sich die Barmbekerinnen und Barmbeker engagiert ein. Lesen Sie hier die Auswertung zu den Ideen und Anregungen, etwa zur Verschiebung der Haltestelle oder zu Haltestellenzugängen.

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