Kluger Zug: Hamburgs neue U-Bahn-Linie 5 wird in Zukunft auch an der Uni halten.

U5 Universität: Kluge Ideen für eine intelligente Haltestelle

Bislang ist der Campus der Universität Hamburg nur per Bus zu erreichen. Entsprechend groß ist die Vorfreude auf die U5-Haltestelle im Grindelviertel – und das Interesse am Mitreden: In fast 60 Beiträgen setzen sich die Teilnehmer*innen des Online-Dialogs engagiert mit ihrer neuen Haltestelle auseinander.

Andere schickten ihre Ideen per Postkarte. Diese hatte die HOCHBAHN an die Anwohner*innen verteilt, um möglichst viele Menschen zu erreichen, da die Vor-Ort-Veranstaltung aufgrund der Corona-Einschränkungen nicht stattfinden konnte.

Was in vielen Beiträgen deutlich wurde: „wie notwendig die U5 entlang der Achse Grindelallee-Grindelberg-Hoheluftchaussee ist, und zwar schon seit langem. Die Buslinie 5 ist so gut wie immer voll ausgelastet, sehr oft sogar völlig überfüllt.“

Mit mehr als 30.000 Fahrgästen täglich wird die U5-Haltestelle Universität voraussichtlich zu den vier meistfrequentierten Haltestellen der U5 zählen. Vor dem Hintergrund der Mobilitätswende schafft sie damit ein nachhaltiges Angebot, das die Straßen entlastet und Platz für eine Neugestaltung des öffentlichen Raums bietet. Welche Vorschläge zu den verschiedenen Themen eingereicht wurden und wie die HOCHBAHN mit den eingebrachten Ideen weiter verfährt:

Lage der Haltestelle und Zugänge

Neben viel Lob für die Lage der Haltestelle äußern einige Teilnehmende Vorschläge zu weiteren Zugängen nördlich der Rentzelstraße, so z.B. zur Anbindung des Campus Bundesstraße sowie unterirdische Tunnel mit Ausgängen am Von-Melle-Park, Allendeplatz oder Martin-Luther-King-Platz. Damit kämen die Fahrgäste auf direktem Weg genau dort an, wo sie hinwollten. Mit den bislang geplanten Zugängen werden nicht nur die Anwohnerinnen und Anwohner beidseits der Grindelallee gut angebunden, sondern auch die verschiedenen Einrichtungen der Uni. Wo die Zugänge später allerdings genau liegen werden, ist Gegenstand der vertieften Planung.

Haltestellenumfeld

Im Zusammenhang mit den Zugängen sorgen sich einige Dialog-Teilnehmer*innen, wie der vergleichsweise begrenzte Platz, v.a. im Bereich der Grindelallee Nähe Kreuzung Rentzelstraße gut und verkehrssicher gestaltet werden kann, ohne dass sich die Fahrgäste der U-Bahn und sonstige Verkehrsteilnehmende ins Gehege kommen. Angeregt wird ein Umdenken der Aufteilung von Straße, Parkplätzen sowie Rad- und Fußwegen:

„Eine Verbreiterung der Fuß- und Radwege - inkl. Radabstellmöglichkeiten - wäre hier wünschenswert, um die notwendige Sicherheit zu gewährleisten. Wenn die Stadt das Ziel hat, den Automobilverkehr nachhaltig zu reduzieren und die Lebensqualität der vielen Familien im Grindelviertel zu erhöhen, könnte jeweils eine der beiden Autospuren in beide Richtungen für Fußgänger und Radfahrer weichen. Eine Autospur pro Richtung wäre angemessen.“

Ebenso werden im Umfeld abschließbare Fahrradabstell- und ausleihmöglichkeiten (u. a. Stadtrad-Station) sowie die Etablierung eines Mobilitätspunktes angeregt, „wo eine Verknüpfung vorhandener Verkehrsmittel stattfindet“, denn das „würde die Wahrnehmung der Haltstelle verbessern und gleichzeitig die Anbindung der Haltestelle und Erschließung der Umgebung verbessern.“ Würde der Autoverkehr zurückgedrängt, würde das „die Umgebung freundlicher und schöner machen.“

Ein weiterer Beitrag regt einen „Universitäts-Boulevard“ an, der „Von-Melle-Park und Bundestraße“ miteinander verbindet oder die Straße Grindelhof zur Fußgängerzone zu machen.

Die weitere, vertiefte Planung wird zeigen, wie Zugänge sinnvoll und harmonisch im Straßenraum integriert werden können. Für die Gestaltung des Haltestellenumfelds und damit auch des Straßenraums liegt die Zuständigkeit beim Bezirk, wird aber auch seitens der HOCHBAHN in der Planung mitgedacht. Die HOCHBAHN steht im Rahmen der Planungen mit allen Beteiligten im regelmäßigen Austausch. Es sollen bei der Wiederherstellung der Oberfläche die Bedürfnisse des Fuß- und Radverkehrs beachtet werden. Wie bei anderen neuen U-Bahn-Haltestellen der HOCHBAHN auch, werden Abstellmöglichkeiten von Fahrrädern bei der Planung mitgedacht und wenn möglich realisiert. Dieses Thema wird allerdings erst in einem späteren Planungsschritt genauer betrachtet.

Gestaltung der Haltestelle

Auch die Ausstattung der Haltestelle (u. a. öffentliche Toiletten, Gewerbe, WLAN, Beschilderung) sowie die Gestaltung der Haltestelle interessieren die Menschen vor Ort. Viele Ideen werden eingebracht, etwa die jüdische Vergangenheit und Gegenwart des Grindelviertels abzubilden oder die Universität als Ort des Wissens gestalterisch zu verarbeiten.

„Konkret sollte also das Thema Bildung im Mittelpunkt stehen. Vielleicht mit Fotos/Zitaten von Wissenschaftlern*innen, Schriftsteller*innen, die für die Universität und/oder Hamburg bedeutsam (gewesen) sind.“

Zum aktuellen Planungsstand gibt es dazu zwar erste konzeptionelle Überlegungen, die eigentliche Gestaltung erfolgt aber zu einem späteren Zeitpunkt. Ob es einen Architekturwettbewerb für die Haltestelle oder eine Anknüpfung an das U5-Liniendesign geben wird, dazu kann zum aktuellen Zeitpunkt noch keine Aussage getroffen werden.

Die Haltestelle wird mit einem Mittelbahnsteig geplant. D.h. es wird eine Verteilerebene darüber geben, von der aus man den Bahnsteig erreicht und über die man auch unterirdisch auf die andere Straßenseite gelangt – ein absoluter Vorteil, der das oberirdische Überqueren der Ampel erübrigt. In puncto Beleuchtung und Gestaltung der Zugänge werden die Vorschläge aufgenommen.

Auf jeden Fall werden alle neuen U-Bahn-Haltestellen barrierefrei geplant, für die Haltestelle Universität sind aktuell zwei Aufzüge in der Grindelallee vorgesehen, also pro Straßenseite einer. Ziel der HOCHBAHN ist es, die zukünftigen Haltestellen auf die Bedürfnisse der Fahrgäste auszurichten, indem sie komfortabel und nutzerfreundlich gestaltet werden.

Wie die Neue heißen soll

Ob „Grindelhof“ oder „Platz der Mathethik“ – im Dialog wurden einige Vorschläge eingebracht, wie die U5-Haltestelle in Zukunft heißen soll und, wie sich der Haltestellenname von bereits bestehenden (u.a. HafenCity Universität) abhebt. Vielen Dank dafür! Die behalten wir schon mal im Hinterkopf, denn es wird es erst zu einem späteren Zeitpunkt um den Haltestellennamen gehen. Solange trägt sie den Arbeitstitel „Universität“.

Bau der Haltestelle

Auch wenn die Bauphase erst in einigen Jahren ansteht: Dass diese mit Beeinträchtigungen für direkte Anwohnerinnen und Anwohner einhergehen wird, ist lässt sich nicht vermeiden. Grundsätzlich versuchen wir, diese so gering wie möglich zu halten. Wie der Bau im Detail abläuft, wird erst in den nächsten Planungsschritten festgelegt. Wir halten Sie dazu auf dem Laufenden.

Wie es weitergeht?

In der aktuell laufenden Vorplanung wird die Haltestelle vertieft untersucht. In diese Abwägung baulicher, betrieblicher und verkehrlicher Aspekte fließen auch die Anregungen der Bürgerinnen und Bürger, Vereine und Institutionen aus dem Stadtteil ein. Entsprechend des Planungsstandes können einige Ideen zum aktuellen Zeitpunkt nur aufgenommen werden, um später geprüft und möglicherweise in die Planung aufgenommen zu werden. Auf der Website erfahren Sie, wenn es dazu etwas Neues gibt.


Weitere Informationen:


(Stand: 12.08.2021)