Gestaltung

Knotenpunkt großflächiger denken und anlegen.

Der S-Bahnhof Veddel ist seither ein Nadelöhr für den Stadtteil Veddel und, bis zum eventuellen Ausbau der U4 Richtung Elbinsel in den 30er Jahren, die einzige relevante Umstiegsort für Anwohner*innen im Reiherstiegviertel. Bereits heute sind die Busse der Linie 13 stark ausgelastet und besonders zu Stoßzeiten ist der Bahnhof Veddel dauerhaft voll. Der Eingang/Ausgang auf der Busbahnhofseite ist nicht dafür ausgelegt, dass dort alle 5 Minuten ein Bus mit >50 Personen ablädt. Regelmäßig verstopft der enge Durchgang, im Besonderen, wenn zusätzlich zu den Bussen auch noch die S-Bahnen ungefähr die selbe Menge an Menschen abladen. Die Wegeführung/der Personenfluss des Bahnhofs ist stark ausbaufähig und müsste entsprechend der baulichen Vorhaben umgebaut werden.

In der Konzeption wäre eine Orientierung an der Neugestaltung des Barmbeker Bahnhofs sicherlich interessant, wenngleich die Gegend nicht unbedingt zum Verweilen einlädt. Architektonisch wäre eine Ausrichtung (Rotklinker, Neues Bauen/Bauhaus der 1920er) mit entsprechender Begrünung eine geeignete Integration in das Stadtbild. Die direkte Nähe zu den Autobahnen, dem Fern- und Güterverkehr, sowie die noch bestehende Schwerlastroute Veddeler Straße/Harburger Chaussee geben in meiner Auffassung keine Ansiedlung von Gastronomie her. Nahversorgung im Sinne eines Supermarktes, einer Drogerie scheinen mir umsetzbarer.

Die erwähnte Verkehrskonzentration ist in meinen Augen ein wesentlicher Nachteil für die gesamte Elbinsel. Als direkter Anwohner des Bahnhofs erlebe ich die Lärm/Feinstaubbelastung darum aus einer anderen Perspektive. Selbst wenn der neue Bahnhof sich als Erfolg darstellt, und ich sehe den Nutzen bereits heute, so wird das allgemeine Verkehrsaufkommen in der unmittelbaren Umgebung, vielmehr im Stadtteil davon auch nicht gelöst, sofern der Ausbau der A26 Ost nicht voranschreitet. Die Fern- und Güterzüge, sowie der Schwerlastverkehr werden völlig unbetroffen von diesem Umbau sein und weiterhin die Gegend belasten. Darum würde ich die Frage aufbringen, ob es Möglichkeiten gibt, diesen Knotenpunkt zu entzerren und im Sinne des Gesamtverkehrsaufkommens nicht alles auf diese Fläche zu konzentrieren, wie es bis dato der Fall war. Auch die baulich notwendige Höhe für einen Stockwerksbahnhof könnte dazu beitragen, das der Hub den ganzen Ort ungewollt optisch verdichtet. Gleichzeitig wäre zu überlegen, welche Lärmschutzmaßnahmen in Richtung Harburger Chaussee/An der Hafenbahn installiert werden können. Da es sich in diesem Vorhaben vorrangig um den Ausbau des Busbahnhofs, und nicht der Bahnstation/der Gleisanlagen dreht, sehe ich hier leider wenige Chancen, dass sich in Kooperation mit der Deutschen Bahn und der HPA als Gleisbetreiber ein Konzept überlegt wird. Ergänzend wäre eine Sanierung der erwähnten umliegenden Straßen von Nöten, gerade im Hinblick auf das nicht abbrechende Verkehrsaufkommen durch LKW, PKW und Busse.

Kommentare

Der LKW-Verkehr auf der Harburger Chaussee ist wirklich ein Fremdkörper auf dieser eher schmalen Straße. Die Güterzüge werden nicht umgelegt werden, schließlich baut man gerade eine neue Brücke an alter Stelle. Aber mehr Lärmschutz wäre schon gut.