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Lurup freut sich auf U5-Anschluss

Wo soll die U5-Haltestelle in ihrem Stadtteil am besten liegen? Rund 150 Menschen haben in Lurup engagiert diskutiert und ihre Ideen und Anregungen eingebracht.

Foto zeigt einen Kartenausschnitt des Stadtteils Lurup. Auf der Karte ein positionierter Haltestellen-Dummy, drum herum einige rote Stecknadeln und Post-Its.

Für Leonie ist die Sache klar. „Ich kann mit der U-Bahn zur Uni fahren“. Die Dreijährige aus Lurup weiß ganz genau, wohin sie die U5 zukünftig bringt. Wie ihr geht es den meisten Besucherinnen und Besuchern der U5-Auftaktveranstaltung in der Stadtteilschule Lurup: Die Vorfreude auf die U5 ist sehr groß. Rund 150 Menschen waren am 10. Januar 2026 der Einladung der HOCHBAHN trotz Schnee und Kälte gefolgt – und brachten sich engagiert ein. 

Ob besser an die Innenstadt angeschlossen oder, um die Buslinien zu entlasten, die besonders in der Rushhour viel zu voll sind. Ob die Tatsache, dass man dann sein Auto abschaffen kann, die Lebensqualität vor Ort steigt oder die Straßen entlastet werden, wenn an den Arenen Veranstaltungen stattfinden – die Gründe für einen U-Bahn-Anschluss für Lurup liegen für die Menschen vor Ort auf der Hand. 

 

Foto zeigt vier Personen, die über einen Tisch mit einem Kartenausschnitts des Stadtteils Lurup gelehnt sind. Eine der Personen zeigt auf einen Punkt auf der Karte.

 

Direkt am Lurup Center oder doch lieber an der Kreuzung Elbgaustraße/Luruper Hauptstraße? Wo die U5-Haltestelle in Lurup am besten liegen soll, ist die zentrale Frage vor Ort. Die beliebteste Station daher: Die zwei Kartentische. Dort konnte man die zukünftige U5-Haltestelle schon im Mini-Format hin- und herschieben. Maßstabsgetreu verdeutlicht der braune „Knochen“, wie groß das Haltestellenbauwerk in etwa ist. 

Viele, sehr viele Pins hinterlassen die Anwesenden bei der Haltestellenlage am Lurup Center, entweder im Lüttkamp oder quer auf der Luruper Hauptstraße. Ein Besucher erhofft sich, dass mit der U5 der Verkehr auf der Hauptstraße ab- und die Aufenthaltsqualität zunimmt. Was dabei dem einen oder der anderen bei der Betrachtung auffällt: Eine Baugrube rund um den Eckhoffplatz zu errichten, wird platztechnisch herausfordernd. Dabei sehen gerade dort viele Menschen das Zentrum des Stadtteils.  

 

Bild zeigt einen Kartenausschnitt aus Lurup. Auf der Karte sind mehrere Stecknadeln und Haltestellenmodelle positioniert.

 

Anders ist es etwa mit der Lage im Kreuzungsbereich Elbgaustraße/Luruper Hauptstraße, kurz gesagt nahe der Kreuzung am McDonald`s. Die breiten Straßen bieten viel Platz, doch gerade dort befinden sich mit dem Innovationspark Altona Forschungseinrichtungen in direkter Nachbarschaft, deren Arbeit eventuell von massiven Tiefbauarbeiten beeinträchtigt würde. Mit der Institution ist das Planungsteam der U5 bereits im Austausch. 

Im Gespräch mit U5-Planer Roluf Hinrichsen und anderen U5-Expert*innen wird vielen Anwesenden klar, wie komplex die Suche nach der besten Haltestellenlage ist. Dabei fließen verschiedene Aspekte in die Abwägung ein, müssen wichtige Randbedingungen berücksichtigt werden. 

So wäre beispielsweise eine Haltestellenlage in der Luruper Hauptstraße – also in Nord-Süd-Ausrichtung – schwieriger zu realisieren. Grund hierfür ist die bereits fixierte Lage der U5-Haltestelle Arenen Volkspark in Ost-West-Ausrichtung. Um im benachbarten Lurup in Nord-Süd-Ausrichtung halten zu können, müsste die U5 eine große Kurve vollziehen. Dies würde u.a. zu einer längeren Strecke und damit auch zu einer Verlängerung der Fahrzeit führen, was die U5 für Fahrgäste unattraktiver machen könnte. 

Insgesamt kristallisieren sich für die Anwesenden in Lurup folgende Haltestellenlagen heraus: am Lurup Center, in der Flurstraße (nördliche Lage), an der Kreuzung Elbgaustraße/Luruper Hauptstraße oder alternativ an der Kreuzung Luruper Hauptstraße/Rugenbarg sowie auf dem Schulgelände der Stadtteilschule.

 

Mehrere Menschen stehen um einen Kartentisch und sind im Gespräch, im Hintergrund stehen weitere Tische und Menschen.

 

Was dabei auch offenkundig wird: Die perfekte Lage für alle gibt es nicht. Egal, welche Haltestellenlage es wird, für Udo und Sabine Schult von der Luruper Verkehrs AG ist die Vorfreude groß: „Es wäre so schön, wenn wir endlich hoffen dürfen, dass es zu einer Umsetzung der U-Bahn-Pläne kommt“. 

 

Ein älteres Paar steht vor einem U5_Info-Banner und lächelt in die Kamera.

 

Wie dem Ehepaar Schult geht es an diesem Samstag fast allen. So ziemlich jede Besucherin und jeder Besucher der Veranstaltung in Lurup freut sich über die Planungen. Im Herbst 2025 hatte die Stadt entschieden, dass die HOCHBAHN die U5 über die Haltestelle Arenen Volkspark hinaus bis nach Lurup und Osdorf verlängern soll. Seitdem ist das Team rund um U5-Planerin Bettina Börgeling in die Planungen eingestiegen 

Dass diese für den neu dazugekommenen U5-Abschnitt noch nicht so weit sind wie etwa auf anderen U5-Abschnitten zwischen Beethovenstraße und den Arenen, ist nachvollziehbar. Der 19-jährige Auszubildende Edgar sieht es gelassen: „Mir ist bewusst, dass es noch eine Weile dauern wird, aber ich freue mich sehr auf die U5 in Lurup.“  

 

Porträt eines Mannes, der sich an einem Treppengeländer anlehnt.

 

Auch Isabel, die in Lurup aufgewachsen ist und nun mit ihrer kleinen Familie im Stadtteil lebt, weiß, dass es noch ein paar Jahre dauern wird. „Zunächst ist sicher noch Geduld angesagt, aber die Vorfreude ist auf jeden Fall schon da!“ 

 

Porträt einer Frau, die in die Kamera lächelt. Im Hintergrund verschwommen  Türen und Säulen zu erkennen.

 

Ob Hagenbecks Tierpark, UKE oder der Ost-Abschnitt der U5: Viele rote und grüne Punkte kleben an den Haltestellen entlang des U5-Verlaufs. Immerhin 24 Haltestellen wird die U5 insgesamt haben und dabei den Osten und Westen der Stadt miteinander verbinden. Dazu kommen Umstiegsmöglichkeiten an wichtigen Verkehrsknoten wie Hagenbecks Tierpark, Hoheluftbrücke, Stephansplatz oder Hauptbahnhof. Egal wohin es geht, die Vorfreude in Lurup ist sehr groß und niemand zweifelt daran, dass der lang ersehnte Schnellbahnanschluss nun endlich umgesetzt werden könnte 

 

Zwei Erwachsene und ein kleines Kind stehen vor Fensterscheiben auf denen beschriebene Post-Its kleben.

 

Sie wollen noch mitreden? Kein Problem! 

Parallel zur Auftaktveranstaltung vor Ort können Interessierte ihre Ideen in den Online-Dialog einbringen, der noch bis zum 25. Januar 2026 geöffnet ist. Danach werden diese Anregungen sowie die aus den beiden Veranstaltungen ausgewertet und dem Planungsteam zur Verfügung gestellt. 

Mit dem Ergebnis der Vorplanung ist Ende 2026 zu rechnen. Dann soll der ideale Streckenverlauf und die dazugehörigen Haltestellenlagen feststehen.

Zu einem späteren Zeitpunkt wird die HOCHBAHN wieder mit einem geeigneten Veranstaltungsformat vor Ort sein. Bis dahin sagen wir: Vielen Dank! Es hat uns sehr viel Freude gemacht, Sie kennengelernt und viel über den Stadtteil erfahren zu haben. Vielen Dank für den wertvollen Austausch und bis zum nächsten Mal!   

 

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Kommentare

Gespeichert von Götz Gerhardt am Sa., 24.01.2026 - 20:10

Wird bei der Planung auch berücksichtigt, dass hier, an der Haltestelle Lurup, . eine Umsteigestation zur geplanten S-Bahn des Entlastungstunnels entstehen kann, auch wenn es bisher heißt, dieser sollte nur bis Bahrenfeld geführt werden. Aber das könnte sich natürlich ändern, vor allem wenn bei dem Bau der Station Lurup diese Umsteigeverbindung zur S-Bahn vorbereitet wird. Heute ist die Hochbahn ja froh, dass die U5 den in den 60er Jahren mit gebauten Bahnsteig in der Station Hauptbahnhof Nord nutzen kann. Erst wenn später die VET-S-Bahn gebaut wird, en entsteht eine richtige Netzentwicklung.

Guten Tag Herr Gerhardt und vielen Dank für Ihre Nachricht.  

Die U5 hat mit der Erschließung der Haltestellen Lurup und Osdorf die ehemals geplanten Haltestellen der S6 über die Trabrennbahn hinaus abgelöst. Die S6 wird nur bis zur Haltestelle Trabrennbahn geführt, die U5 über die Haltestelle Arenen Volkspark nach Lurup und Osdorf verlängert. Mehr zu dem Thema können Sie gerne hier nachlesen.

Zunächst einmal rechtfertigt die Einwohner*innendichte in Lurup keine Doppelerschließung des Stadtteils mit U- und S-Bahn. Darüber hinaus würde eine zusätzliche Umstiegshaltestelle erhebliche bauliche Auswirkungen vor Ort mit sich bringen. Die von Ihnen vorgeschlagene Umstiegsmöglichkeit ist aktuell nicht Gegenstand politischer Entscheidungen.

Noch eine Anmerkung am Rande: Beim VET, dem Verbindungsentlastungstunnel, handelt es sich um einen S-Bahn-Tunnel zwischen dem Hauptbahnhof und Altona. Die S6 ist davon unabhängig eine Ausfädelung an der S-Bahn-Haltestelle Holstenstraße in Richtung Bahrenfelder Chaussee bis zur Trabrennbahn. 

Gespeichert von Martin am So., 25.01.2026 - 04:27

Wenn es nur eine Haltestelle in Lurup geben soll, dann muss diese alles Mitnehmen: Sowohl Verknüpfung mit dem Busverkehr in der Elbgaustraße/Rugenbarg, als auch Verknüpfung mit dem Busverkehr in der Luruper Hauptstraße und zwar jeweils beide Richtungen barrierefrei und straßenkreuzungsfrei. Hinzu kommt die Anbindung an das Lurup-Center (Eckhoffplatz als auch an den GLOBUS Wochenmarkt. Realisierung aller Anbindungen nur über kompromisse möglich:
Lage der Station unter dem Rugenbarg; Nordausgang: Schalterhalle unter der Luruper Hauptstraße, Südausgang: Schalterhalle unter dem Böttcherkamp. Von den beiden Ausgängen, wären längere Fußwege so zu gesstalten, dass man Wettergeschützt und straßenkreuzungfrei seine Ziele erreicht
Nordausgang: Lurupcenter.
Südzugang: GLOBUS
Zusätzlich empfehle ich die Station Lüdersring zwischen Arenen und Lurup einzurichten )leichte Nordverschiebung der Trasse, da hier erstens dichte Bebauung ist und zweitens der dort vorhandene NETTO-Markendiscount bis Mitternacht geöffnet hat.

Gespeichert von Michael Kahnt am Mo., 26.01.2026 - 09:40

Ich freue mich dass, die U5 weiter in Richtung Osdorf und Lurup verlängert werden soll. Die U5 ist ein großartiges Projekt. Nach ihrer Fertigstellung wird die U5 so selbstverständlich sein, wie all die anderen U-Bahn-Linien heute. Es braucht Zeit und es wird Einschränkungen geben.
Um ungefähr abschätzen zu können, wie lange es bis zur Fertigstellung dauern wird, habe ich mir die U5 Haltestelle Barmbek-Nord einmal angeschaut.
Am 19.02.2017 fand eine Planungsveranstaltung unter Einbeziehung der interessierten Öffentlichkeit statt, ähnlich wie die Veranstaltungen im Januar 2026 für Lurup und Osdorf.
7 Jahre später am 09.02.2024 gab es von der Hochbahn eine Infoveranstaltung zum eigentlichen Baustart der Haltestelle Barmbek-Nord.
Die Inbetriebnahme der Strecke von Bramfeld bis zum Borgweg inklusive der Haltestelle Barmbek-Nord erfolgt 2033.
Verläuft in Osdorf und Lurup alles so wie für Barmbek-Nord beschrieben, würde der Bau der Haltestellen in 7 Jahren Anfang 2033 starten. 9 weitere Jahre später 2042 könnten dann die ersten U-Bahnen auf der Strecke unterwegs sein.

Ich weiß nicht, ob diese Rechnung aufgeht. Der Vergleich ist schwierig, da der Bramfelder Ast der erste war. Baut man die gesamte Linie nun strikt von Ost nach West in Etappen, wird ja mit dem Bau des Osdorfer/Luruper Ast erst begonnen, wenn die U5 schon auf der westlichen Alsterseite angekommen ist. Ich kann mir vorstellen, dass das erst Ende der 30er/Anfang der 40er Jahre der Fall sein wird. Daher gehe ich eher von Ende der 40er Inbetriebnahme in Lurup aus.

Die Hochbahn betont ja immer mal wieder, dass der Bau der U5 nicht strikt linear von Ost nach West laufen soll. Wo sinnvoll, wolle man parallel bauen.
Wo genau die Hochbahn das machen möchte, hat sie im Detail noch nicht gesagt. Voraussetzung wäre ja auch, dass an den entsprechenden Stellen die Planung schon detailliert ist. Auch dazu finde ich nirgendwo Informationen.
Sinnvoll wäre es aus meiner Sicht möglichst schnell in Osdorf und Lurup anzufangen bis Stellingen. Und ebenfalls eine gute Netzwirkung hätte der parallele Bau von Hagenbecks Tierpark bis Hoheluftbrücke.

Ich hoffe, dass man es so macht, wie Sie es schildern. Damit würde man im Hamburger Westen schnell die so wichtige und lang herbeigesehnte Verbindung schaffen.
Der Abschnitt in der Innenstadt (zwischen Uhlenhorst und UKE) wird aufwendig werden. Zwischen Osdorf und Behrmannplatz sehe ich den Bau „kalkulierbarer“.
In Lurup hätte man kurz- bis mittelfristig zudem evtl. das Grundstück der stillgelegten Hermes-Schleifmittelfabrik für den Bau zur Verfügung. Wartet man zulange könnte dieses schon wieder anderweitig bebaut werden und wertvoller Platz geht verloren.

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