Rund 4.500 Menschen im Tunnel unterwegs

Viel los an einem Ort, der sonst für Viele verborgen bleibt: Bei der U4-Tunneltour strömten Menschen aus Horn, ganz Hamburg und Umgebung in den Untergrund. Mit einer Oase rechneten sie nicht.

Blick in den U4-Tunnel. Links im Bild sind erste Gleise, Bagger und Materialien auf dem Bahnsteig zu sehen, rechts im Bild mehrere Personen.

Beeindruckende Betonwände, Gleisbau zum Anfassen und ein Dschungelcafé im Tunnel: Für einen Tag öffnete die HOCHBAHN die Haltestellen Stoltenstraße und Horner Geest sowie das Tunnelstück dazwischen für die Öffentlichkeit. Rund 4.500 Menschen nutzten am 30. Mai die einmalige Chance sich den Ort anzuschauen, an dem später die U-Bahn-Züge fahren werden.  

Wo sonst nur das U4-Bauteam arbeitet, tummelten sich am vergangenen Sonnabend Menschen aus der Horner Nachbarschaft, ganz Hamburg und sogar von weiter weg. Mit dabei waren auch viele Familien. Für die Kinder von Familie Ringwelski war der Besuch im Tunnel „richtig cool“. Was sie besonders toll fanden? Die verschiedenen Stationen auf der Baustelle, die Wand mit dem riesigen Ausmalbild und das Dschungelcafé. Währenddessen ist Vater Martin beeindruckt von der Größe des Tunnels. 

 

Eine Familie mit drei Kindern, stehen im Rohbau-Tunnel vor einem kleineren Baugerät.

 

Das Tunnelstück zwischen den künftigen U4-Haltestellen Stoltenstraße und Horner Geest ist heute bereits weitestgehend im Rohbau fertiggestellt. Damit ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Eröffnung der U4-Verlängerung Ende 2027 erreicht, den die HOCHBAHN mit den Menschen vor Ort feiern will.  

Um einen U-Bahn-Tunnel von innen zu sehen, kamen Besucherinnen und Besucher sogar aus dem Hamburger Umland und Braunschweig. Petra Stockfleth ist an diesem Tag extra aus Uetersen nach Horn gekommen. „Es ist ein besonderes Gefühl, weil man als Fahrgast später nie wieder an diese Stellen kommen wird“, sagt sie. „Man erlebt den Tunnel auf eine Weise, wie man ihn sonst nicht zu sehen bekommt.“ 

 

Eine Person steht in der Baugrube der U4 und lächelt in die Kamera, rechts und links abgesperrt im Hintergrund befinden sich Baumaterialien.

 

Viele Besucherinnen und Besucher zeigen sich erstaunt, wie groß und komplex der Tunnel tatsächlich ist. Günter Nebocat hat überrascht, wie ordentlich die Baustelle aussieht, sagt er mit einem Lachen. „Außerdem finde ich die HOCHBAHN als Bauherrin absolut faszinierend. Die HOCHBAHN hängt im Januar ein Schild auf, dass die U3 von diesem Datum, Betriebsschluss, bis zu diesem Datum, Betriebsbeginn, gesperrt ist – und dann ist das auch so, und sie sind pünktlich fertig. Davon träumen die meisten Bauleiter.“  

 

Porträt einer Person, die angelehnt an einem roten Holzzaun steht und in die Kamera blickt.

 

An vielen Stationen entlang der Baustellen stehen U4-Experten Rede und Antwort. Tilmann Berg, Bauingenieur im Projektteam für den zweiten Bauabschnitt der U4-Verlängerung, freut sich darüber, mit den Menschen, für die sie in Horn die U4 bauen, ins Gespräch zu kommen – und über die durchweg positiven Meinungen der Besucherinnen und Besucher.  

„Viele Fragen drehen sich um das Bauverfahren und die aktuelle Baustellensituation. Die Besucherinnen und Besucher interessieren sich besonders dafür, was an den einzelnen Stellen bereits fertiggestellt wurde und welche Arbeiten noch ausstehen“, so Berg.

 

Eine Person orangener Bau-Weste und Helm blickt lächeln in die Kamera, im Hintergrund sind Baugeräte und weitere Personen zu sehen.

 

Für viele Anwohnende ist es ein besonderer Moment, „ihren“ Tunnel von innen zu sehen. Meist kennen sie nur die Baustellen und Absperrungen. Von oben eben. Jetzt entsteht ein neues Verständnis für das Projekt. Spürbar wird, wie die U4 künftig ihren Alltag verändern wird und manche oder mancher hat seine Einstellung zum Projekt in den vergangenen Jahren verändert, so wie das Ehepaar Jakobeit aus der Märchensiedlung. 

 

Fotos eines älteren Paares im U4-Tunnel, beide lächeln in die Kamera. Rechts im Bild eine Absperrungskette, im Hintergrund sind weitere Personen.

 

„Wir waren am Anfang sehr dagegen und eigentlich entsetzt, das muss ich wirklich sagen, aber unser Blick hat sich total verändert. Wir sind jetzt so froh, dass es diese U-Bahn gibt. Gerade für unser Alter, wenn wir kein Auto mehr fahren.“  

Mit der Fertigstellung der Strecke werden rund 13.000 Menschen erstmals direkt an das Hamburger UBahnNetz angeschlossen. Für viele bedeutet das deutlich kürzere Wege, zahlreiche Fahrgäste werden doppelt so schnell in die Innenstadt kommen. 

 

Ein Blick auf morgen 

Zwischen Betonwänden entsteht in den Köpfen der Besucherinnen und Besucher bereits die Zukunft: Licht, Bahnsteige, U-Bahn-Betrieb. Dabei helfen auch die Visualisierungen, die die HOCHBAHN im Tunnel ausgestellt hat und an denen viele interessiert stehenbleiben und Fotos machen. 

 

Person schaut sich Plakate mit Haltestellenvisualisierungen an.

 

Und was passiert morgen wirklich? 

Am Sonnabend spazierten die Besucherinnen und Besucher noch durch den Tunnel, heute startet dort schon der Gleisbau Richtung Osten, um die Tunnelstrecke zwischen Stoltenstraße und Horner Geest mit Schienen auszustatten. Parallel wird weiter am Lückenschluss zwischen Kreuzungsbauwerk und U4-Tunnelstrecke unter der Manshardtstraße sowie am östlichsten Ende im Bereich der Kehr- und Abstellanlage weiter am Rohbau gearbeitet. Bis Ende 2026 sollen alle Rohbauarbeiten abgeschlossen sein.

 

 

 

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Kommentare

Gespeichert von Flori am Mo., 01.06.2026 - 16:58

... an alle Beteiligten die die Tunneltour ermöglicht haben.

Es war großartig den Rohbau besichtigen zu dürfen.

In den schwierigen Zeiten heutzutage ein tolles, positives Erlebnis.

Freue mich schon sehr Ende 2027 zur Stoltenstraße bzw. Horner Geest mit der U4 nach Hause fahren zu dürfen.

---DANKE---

Gespeichert von Michael am Mo., 01.06.2026 - 20:26

Ich war einer der 4.500 Menschen und sage "Danke" für das beeindruckende Erlebnis und die gute Organisation. Die Tunnelbar war eine schöne Überraschung. Die Atmosphäre und die Mitarbeiter vor Ort freundlich

Gespeichert von DirkHamburg am Di., 02.06.2026 - 08:11

Hallo,
ich war auch bei der Tunneltour dabei, und fand es großartig, den Tunnel und die Haltestellen im Rohbau zu sehen. Vielen Dank an das komplette Hochbahn-Team für die Möglichkeit dazu!
Eine Kleinigkeit ist mir bei den Visualisierungen der neuen Station Stoltenstraße aufgefallen: Auf den Bildern ist beim Stationsnamen das Esszett nicht durch das Doppel-S ersetzt, sondern die Station heißt STOLTENSTRAßE. Das sieht erstmal sehr ungewohnt und holprig aus... Ist das schon die spätere Schreibweise?

Gespeichert von Steffen am Di., 02.06.2026 - 18:00

Moin, endlich rückt die Eröffnung der U4 Verlängerung in Greifbare Nähe.
Gibt es denn schon Ideen oder Pläne zur Busanbindung der Haltestelle Horner Geest ?

Hallo Steffen, 
vielen Dank für die Nachfrage zur Busanbindung auf der Horner Geest. 

Zum jetzigen Zeitpunkt ist das Busnetz auf der Horner Geest ab Ende 2027 noch in Planung. Die Planungen sind abhängig von der weiteren Entwicklung der Fahrgastnachfrage auf Bestandslinien, der Entwicklung von Aufkommensschwerpunkten wie Schulen oder Einkaufsmöglichkeiten sowie der dann geltenden finanziellen Rahmenbedingungen. 

Unabhängig davon ist vorgesehen, parallele Busverkehre zur neuen U-Bahn-Strecke möglichst zu vermeiden und die Busverbindungen im Umfeld gezielt auf die Haltestelle Horner Geest auszurichten.  

Ziel ist eine sinnvolle Verknüpfung zwischen Bus und U-Bahn. Sobald belastbare Planungen vorliegen, werden wir auf schneller-durch-hamburg.de darüber informieren. 

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