U4 Horn: Im Gewusel der Gewerke
Kaum hat man das Ende der ersten Treppe runter in die Haltestelle erreicht, eröffnet sich aus der Schalterhalle bereits einer der beeindruckendsten Blicke in die Haltestelle (Foto): Von dort, aus der Schalterhalle, liegt einem der 125 Meter lange Bahnsteig zu Füßen und man blickt direkt in die etwas mehr als 9 Meter hohe Bahnsteighalle. „Der Raumeindruck von hier ist schon gewaltig“, sagt U4-Architekt Björn Albrecht.
Unter einem verschwinden später die Züge in Richtung Kehr- und Abstellanlage am östlichen Ende der Haltestelle. Am Aussichtspunkt – der künftigen Schalterhalle – steht aktuell noch ein Bauzaun. Später schützt eine Glasfassade die Fahrgäste und lässt gleichzeitig Aus- und Übersicht zu. Kommt die U-Bahn? Was ist auf dem Bahnsteig los? Alles ist von dort oben gut einzusehen.
Denn: „Eine gute U-Bahn-Haltestelle macht unter anderem aus, dass Fahrgäste sich schnell einen Überblick verschaffen können und sich sicher fühlen“, sagt Björn Albrecht, der seit fast 20 Jahre für die HOCHBAHN arbeitet.
Übrigens: Auch aus dem Aufzug (Foto), der von oben bis auf den Bahnsteig führt, hat man einen weiten Blick auf den Bahnsteig. „Die Haltestellenarchitektur hat eine ganz offene Struktur, die sehr viel Übersicht schafft.“
Groß ist das Gewusel der Gewerke an diesem Septembertag in der Haltestelle: Vom Maler bis zum Gleisbauer, von der Beschilderung bis zur Aufzugstechnik: Insgesamt 40 verschiedene Firmen arbeiten im Auftrag der HOCHBAHN am Innenleben der U4-Haltestelle Horner Geest. Björn Albrecht und sein Team wissen immer, wer wann wo zugange ist. Dabei ist präzise Planung das A und O. „Unsere Aufgabe ist es, die Abläufe so zu koordinieren, dass möglichst viele Gewerke parallel arbeiten können und die Schnittstellen untereinander funktionieren.“
Aktuell arbeiten die Gleisbauer der Firma Willke am westlichen Ende der Haltestelle, wo sie Unterschottermatten verlegen. Diese dienen im U-Bahn-Betrieb dazu, die Schwingungen und Geräusche der Züge zu dämpfen. Wenn die Matten liegen, werden darauf die Gleise verlegt.
Ein Vorteil, wenn die Gleise schon liegen: Gerüste, die für Arbeiten an der Decke benötigt werden, müssen nicht schwerfällig über den Bahnsteig geschoben werden, sondern rollen zukünftig leichtfüßig über die Gleise.
Auf dem Bahnsteig sägen Mitarbeiter der Firma WISAG zeitgleich große Spezialplatten für die Entrauchungskanäle zu (Foto). Die Platten werden unter der Decke der 9,40 Meter hohen Bahnsteighalle Stück für Stück zu den Entrauchungskanälen zusammengesetzt. Im Brandfall führen diese den Rauch gezielt aus der Haltestelle ab.
Neben den Lüftungstunneln hängen unter anderem Kabel in langen Strängen unter der Decke. Auch sie sind wichtig für das Funktionieren der Haltestelle und auch sie verschwinden später unter Deckenplatten, die in all den Bereichen Wände und Fassaden verkleiden, wo sich die Fahrgäste aufhalten.
Sprich: Über dem Gleisbereich bleibt der rohe Beton wie er ist. Über dem Bahnsteig, den Zugängen sowie der Schalterhalle werden Aluminium-Verbundplatten angebracht, die mit einer besonderen Schutzfolie versehen werden. Eine Musterplatte testet das Team um Björn Albrecht gerade auf ihre Materialeigenschaften. Wie lassen sich Graffiti von dieser entfernen? Wie resistent ist sie gegen Kratzer?
Diese ist nur eine der vielen Aufgaben, die Björn Albrechts Arbeitsalltag abwechslungsreich und spannend machen. „Bei bis zu 40 beteiligten Firmen gibt es jeden Tag Schnittstellen und Dinge, die neu abgestimmt werden müssen. Entscheidend ist, Probleme früh zu erkennen und gemeinsam Lösungen zu finden, damit die nachfolgenden Arbeiten weiterlaufen können", sagt Björn Albrecht. „Klar, gibt es immer mal kleine Herausforderungen, aber die bekommen wir zusammen gelöst.“
Übrigens: Woran man in Zukunft erkennen wird, dass man an der Haltestelle Horner Geest ausgestiegen ist? Jede der drei neuen U4-Haltestellen auf der Horner Geest bekommt ihre eigene Farbe. In der Haltestelle Horner Geest leitet einen die Farbe Blau: Von den Zugängen über die Schalterhalle hin zur Bahnsteigebene führt ein blaues Lichtband die Fahrgäste.
Zusätzlich sollen Projektionen für Dynamik an den Wänden hinter dem Gleis sorgen. Um was für Motive es sich handelt und wie diese entlang des 120 Meter langen Bahnsteigs durch einzelne Leuchten „bewegt“ werden, erarbeitet ein Kollege gerade.
Wie man sich das genau vorstellen kann? Björn Albrecht zückt seine Taschenlampe und erklärt, wie etwa ein Bild, das man vor dem Licht installiert, auf die Wand projiziert wird. „Das ist in puncto Energieverbrauch und Instandhaltung deutlich nachhaltiger als eine Lösung mit Projektoren“, sagt er.
Zurück zum tollen Aussichtspunkt auf der ersten Etage. Irgendwo hat man den Ausblick durch die gläserne Fassade auf den Bahnsteig schon mal gesehen? „In der U4-Haltestelle HafenCity Universität gibt es auch die Möglichkeit, von der Schalterhalle auf den Bahnsteig zu schauen“, klärt Björn Albrecht auf.
Dass er sich dort so gut auskennt, ist kein Zufall. Vor der Horner Geest war er bereits als Architekt im Team für die U4-Haltestellen HafenCity Universität, Überseequartier und Elbbrücken zuständig. Die Eröffnung der oberirdischen Haltestelle an der Elbe war somit auch eines der Highlights seines bisherigen Berufslebens. „Das Aussehen der Haltestelle beeindruckt mich bis heute. Wenn man viele Jahre an so einem Projekt gearbeitet hat und später sieht, wie selbstverständlich die Menschen diesen Ort nutzen, ist das schon etwas Besonderes“, schwärmt er.
Doch jetzt liegt sein Fokus voll und ganz auf der Horner Geest. In etwas mehr als einem Jahr sollen die U-Bahnen unter der Manshardtstraße fahren. Sein Job kommt in die heiße Phase, wenn der Rohbau steht. „Hier wird es jeden Tag anders aussehen und so Stück für Stück fertig werden“, freut sich Albrecht.
Wie es ist, später mit der U-Bahn in die fertige Haltestelle zu fahren? „Man begleitet so ein Projekt über viele Jahre. Wenn hier die erste U-Bahn einfährt und die ersten Fahrgäste über den Bahnsteig laufen, ist das ein ganz besonderer Moment. Dann sieht man, dass aus unzähligen Zeichnungen, Besprechungen und Baustellentagen ein lebendiger Ort geworden ist.“
Weitere Informationen
Kommentare
Bauarbeiten Sandkamp – aktueller Stand
Hallo!
Könnten Sie uns bitte konkrete und aktuelle Informationen zu den noch ausstehenden Bauarbeiten im Sandkamp vor der Kreuzung geben, insbesondere zu dem Abschnitt, der die Haltestelle Horner Rennbahn mit dem restlichen Tunnel verbindet?
Auf Ihrer Website finden sich leider keine präzisen bzw. aktuellen Angaben dazu, wie lange die Arbeiten voraussichtlich noch dauern werden und wann mit einer Normalisierung des Verkehrs sowie der Wiederherstellung der Parkplätze vor den Häusern Sandkamp 36–42 zu rechnen ist.
Vielen Dank im Voraus für Ihre Rückmeldung.
Baustellenkompass
Alle Informationen zu Baustellen gibt es im Baustellenkompass: https://schneller-durch-hamburg.de/u4-horner-geest-baustellenkompass
Vielen Dank für den Hinweis…
Vielen Dank für den Hinweis.
Den Baustellenkompass habe ich bereits vollständig und detailliert geprüft. Genau deshalb habe ich mich mit meiner Frage direkt an Sie gewandt, da ich dort leider keine konkreten und aktuellen Informationen zu dem von mir angesprochenen Abschnitt finden konnte.
Der betreffende Bereich im Sandkamp vor der Kreuzung ist im Baustellenkompass meines Erachtens auch nicht als eigener Bauabschnitt bzw. eigener Punkt dargestellt. Für andere Bauabschnitte in der Umgebung werden Angaben wie „bis Sommer 2026“ oder „bis Ende 2026“ genannt. Diese Zeiträume sind inzwischen bereits vergangen bzw. liegen unmittelbar vor uns und helfen daher leider nicht dabei, den aktuellen Stand und die voraussichtliche Dauer der noch laufenden Arbeiten einzuschätzen.
Gerade für den von mir angesprochenen Abschnitt würde mich daher interessieren, wie der aktuelle Zeitplan aussieht und wann dort voraussichtlich mit dem Abschluss der Arbeiten, der Normalisierung des Verkehrs und der Wiederherstellung der Parkplätze vor den Häusern Sandkamp 36–42 zu rechnen ist.
Vielen Dank für Ihre Rückmeldung.
Arbeiten im Sandkamp
Hallo Tom,
vielen Dank für Ihren Beitrag. Aktuell laufen die Arbeiten für den Rohbau des Tunnelstücks zwischen dem Kreuzungsbauwerk und dem Tunnel in der Manshardtstraße. Nach Fertigstellung des Tunnelrohbaus werden die Oberfläche und die Straßen Sandkamp und Hermannstal wiederhergestellt. Diese Arbeiten werden voraussichtlich im 3. Quartal 2027 abgeschlossen sein, sodass sich dann der Autoverkehr und die Parksituation wieder normalisieren wird.
Diese Information haben wir im Baustellenkompass entsprechend aktualisiert. Ein monatliches Update zum Baufortschritt finden Sie auch in unserem U4-Bautagebuch. Darüber hinaus berichten wir hier auf der Website über Neuigkeiten zum Projekt. Um keine Information verpassen, abonnieren Sie auch gerne den U4-Newsletter.
U4 nur bis Burgstrasse?!
Sie müssen U4 nicht nur bis Burgstrasse sondern auch weiter fahren lassen! Besonders Sonntag wenn wir nur alle 10 min ein U Bahn haben die sind voll! Sie müssen es verstehen wir sind nicht auf dem Dorf!
30er Zone?
Soll die neue Manshardtstraße eigentlich eine 30er Zone werden? So eng wie das da alles am EKZ gebaut wird. Immerhin für die wenigen Fussgänger ist richtig viel Platz.
Manshardtstraße
Hallo Herr Knauser,
die Manshardtstraße wird nach der Wiederherstellung eine Tempo-50-Zone bleiben.
Aktualisierung Baustellenkompass
Der Baustellenkompass im Bereich Stoltenstraße weist aktuell (7.10.26) als Enddaten "Sommer 26" und "Frühjahr 26" aus, z. B. für die Sackgasse am Ende der Stoltenstraße und die Sperrung der Manshardtstraße im Bereich Bei den Tennisplätzen aus. Gleiches gilt auch für den Bereich Horner Geest. Man kann sich leicht vergewissern, dass das alles noch nicht beendet worden ist. Da der Baustellenkompass ja die zentrale Informationsquelle sein soll (Hier finden Sie alle wichtigen Infos...), wäre es schön, wenn dort auch realistische Daten stehen. Irgendwann scheint der Kompass aus dem Fokus geraten worden sein, auch wenn immer noch darauf verwiesen wird. Schade. Dass es bei einem Projekt dieser Größenordnung Verzögerungen gibt (und chapeau an alle beteiligten Gewerke, dass man so gut vorangekommen ist), ist doch völlig klar, aber dass man irgendwann aufhört, die Infos zu aktualisieren, ist dann doch irgendwie unbefriedigend. Am Anfang hat man versucht, ganz viele Infos zu transportieren, jetzt scheint es da eine gewisse Ermüdung zu geben.
Baustellen entlang der Manshardtstraße
Guten Tag und vielen Dank für Ihren Kommentar und den Hinweis.
Selbstverständlich sollten die Angaben im Baustellenkompass aktuell sein und die tatsächlichen Baustellen und Einschränkungen abbilden. Wir haben die Angaben entsprechend aktualisiert.
Was das Befahren der Manshardtstraße betrifft: Wir gehen davon aus, dass voraussichtlich ab Sommer 2027 die meisten Bereiche der Manshardtstraße, darunter auch die Ecke Stoltenstraße und Bei den Tennisplätzen, wieder befahrbar sein werden.
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