Was unter Bramfeld im Verborgenen entsteht

Die eigentliche Baustelle liegt unter der Baustelle: Unter den Betondeckeln arbeitet sich das U5-Team in Bramfeld Meter für Meter in die Tiefe. Wie weit der Bau fortgeschritten ist? Zu Besuch vor Ort.

In der Baugrube in Bramfeld findet der Trockenaushub statt.

Von oben lässt sich kaum erkennen, was unter dem Bramfelder Dorfplatz entsteht: In Dock 6 an der Kreuzung Mützendorpsteed schieben in einer Tiefe von gut 15 Metern kleine Bagger das Erdreich zusammen. Große Teleskopbagger greifen zwischen den drei Steifenlagen nach unten. Schaufelladung für Schaufelladung befördern sie den Aushub ans Tageslicht, wo er auf LKW verladen und abtransportiert wird. Das Beeindruckende daran: An der Oberfläche ist dafür nur eine kleine Öffnung in der Betondecke notwendig.

 

Bagger hebt Aushub aus Baugrube in Bramfeld

 

Während unter den Betondeckeln intensiv gearbeitet wird, laufen oder fahren die Bramfelderinnen und Bramfelder oben drüber. Gerade weil man an der Oberfläche vergleichsweise wenig von den unterirdischen Arbeiten mitbekommt, wird U5-Projektleiter Patrick Kunath am Rande der Baustelle öfter mal von Passantinnen und Passanten angesprochen. „Die Menschen wollen oft wissen, was wir da unten eigentlich genau machen.“

Direkt neben dem Dock, in das man aktuell noch hinabsteigen kann, ist das U5-Team schon einen Schritt weiter. In Dock 4 und 5 findet bereits der Nassaushub statt. Dafür wurde die vorher trockene Baugrube geflutet. Das Wasser dient zur „Beschwerung“ des Bodens, damit der beim weiteren Ausbaggern nicht auftreibt.

 

Im benachbarten Dock findet bereits der Nassaushub statt.

 

Wenn die Seilbagger die Baugrube bis in die finale Tiefe von etwa 25 Metern ausgebaggert haben, wird dort später die Unterwasserbetonsohle erstellt. Auf dieser dichten Schicht wird dann das Haltestellengebäude gebaut.

Bevor das allerdings passieren kann, wird die Tunnelbohrmaschine (TBM) durch die Baugrube der Haltestelle fahren bzw. durch diese hindurchgezogen werden. Denn das Praktische an der rund vier Kilometer langen Strecke der U5 zwischen Barmbek Nord und Bramfeld: Den längsten Teil der Strecke wird sich der Tunnelbohrer unten durch das Erdreich graben – unbemerkt von den Menschen oben drüber. 

Auf ihrem Weg passiert sie die Baugruben für die Haltestellen in Barmbek Nord, Steilshoop und Bramfeld sowie für die Notausstiege dazwischen und endet am Zielschacht an der Heukoppel. Dafür müssen die Baugruben vorher fertiggestellt werden. Mehr dazu erfahren Sie hier im Film.

Damit alles steht, wenn die Tunnelbohrmaschine kommt, arbeiten die U5-Teams in Barmbek Nord, Steilshoop und Bramfeld auf Hochtouren an den Baugruben. Am weitesten sind die Arbeiten in Barmbek Nord, da die TBM ihren Dienst voraussichtlich im Herbst 2027 am Startschacht in Alsterdorf aufnehmen wird. In Barmbek Nord findet daher bereits überall der Nassaushub statt (Foto).

 

Bagger hebt Erdreich in Barmbek Nord aus

 

Auch in Steilshoop (Foto) sind die Tiefbauarbeiten seit dem Baustart im Sommer 2025 weiter fortgeschritten. Da die Gründgensstraße im Baustellenbereich auf voller Breite zur Verfügung steht, kommen die Arbeiten in der etwa 200 Meter langen und 30 Meter breiten, offenen Baugrube schneller voran. Wer sich das Ganze mal aus der Nähe anschauen will, sollte sich einen Platz bei einer der geführten U5-Touren entlang der Baustelle in Steilshoop buchen.

 

U5-Baugrube unter der Gründgensstraße in Steilshoop

 

Währenddessen schafft das Team rund um Patrick Kunath in Bramfeld derweil eine wichtige Voraussetzung dafür, dass die Tunnelbohrmaschine nicht mit der Tür ins Haus fällt. Ein sogenannter Kunstbodenblock wird am Anfang und Ende jeder Baugrube in der Erde hergestellt. Dieser Dichtblock sorgt dafür, dass die Maschine sicher in den dahinter liegenden Hohlraum (Baugrube für Haltestelle oder Notausstieg) oder das Erdreich fahren kann.

Im Westen der Baugrube nahe der Bramfelder Chaussee wurde dieser Block bereits erstellt. Im Osten der Baugrube laufen dafür aktuell die Vorbereitungen, und zwar genau an der Stelle, an der die Einmündung in den Mützendorpsteed (Foto) dafür gesperrt werden musste.

 

Blick auf Öffnung der U5-Baugrube an der Einmündung Mützendorpsteed in Bramfeld

 

Was bei den Erläuterungen von Patrick Kunath auffällt: Die Arbeiten in Bramfeld greifen eng ineinander und müssen präzise aufeinander abgestimmt werden. Während in einem Dock das Ausbaggern gerade erst begonnen hat, findet in einem anderen schon der Nassaushub statt. Ein Grund dafür: Die Bagger müssen die Erde in den verschiedenen Docks immer sukzessive aus der Tiefe holen. „Man kann nicht in einem Dock auf die finale Tiefe ausheben, während im benachbarten Dock das Erdreich noch vollständig ist. Wenn dies so wäre, würde der Boden aus dem benachbarten Dock zu viel Druck auf die dazwischen liegende Schlitzwand ausüben“, erklärt Kunath.

Daher werde immer dockweise Schritt für Schritt ausgehoben. Zudem wird in Bramfeld halbseitig gebaut, damit die Beeinträchtigungen für die Anwohnenden während der Bauzeit so gering wie möglich gehalten werden. Das macht die Baulogistik zwar aufwendiger, schafft aber auch mehr Bewegungsspielraum für die Menschen im Stadtteil. Oben Alltag, unten Baustelle.

 

Aushubarbeiten in Baugrube in Bramfeld

 

Wer in Bramfeld in der Baugrube steht, bekommt einen guten Eindruck davon, wie viel Arbeit das U5-Team dort jeden Tag leistet und wie schnell der Bau dort unten voranschreitet. Projektleiter Patrick Kunath fasziniert das jeden Tag aufs Neue: „Es ist einfach wahnsinnig toll, zu sehen, wie schnell das Bauwerk entsteht“.

 

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Kommentare

Gespeichert von Gast am Mi., 26.08.2026 - 08:04

Alles interessant. Mich und täglich tausende Autofahrer interessiert zusätzlich, wann endlich die oberirdischen Baustellen an der Bramfelder Chaussee und an der Steilshooper Allee geschlossen werden bzw. ab wann der Verkehr wieder ohne die erheblichen Beeinträchtigungen fließen kann.

Gespeichert von Moderation am Fr., 28.08.2026 - 14:39
Antwort auf von Gast

Moin und vielen Dank für Ihre Frage.

Im Fall der Bramfelder Chaussee rechnen wir damit, dass die Straße voraussichtlich im späteren Frühjahr 2027 wieder vierspurig befahrbar sein wird. Was die Steilshooper Allee betrifft bzw. die U5-Baustelle rund um die Kreuzung Fuhlsbüttler Straße/Nordheimstraße/Hebebrandstraße gelten die Einschränkungen vorerst bis auf Weiteres und werden voraussichtlich bis zum Ende der Bauzeit bestehen bleiben.   

Gespeichert von KUWe am Do., 27.08.2026 - 03:07

Nun wird zur Zeit der Fußgängertunnel unter der Bramfelder Chaussee erstellt. Unter diesen Tunnel fährt später dann die Tunnelbohrmaschine entlang zum Bramfelder Dorfplatz. Wie viel Platz bleibt denn dem Bohrer nach Oben damit der neue Tunnel nicht angebohrt wird?

Guten Tag und vielen Dank für Ihre Frage.

Keine Sorge, die Tunnelbohrmaschine fährt an der Stelle etwas südlicher an dem Fußgängertunnel vorbei, da das westliche Ende der Haltestelle, auf das die TBM zufährt, südlicher liegt als der Tunnel unter der Bramfelder Chaussee. In der Grafik auf dieser Seite lässt sich das gut erkennen. 

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