U4 Gleisbau: Bereits ein Drittel geschafft

Schotter, Schwellen, Schienen: Unter der Manshardtstraße nimmt die U4-Tunnelstrecke weiter Form an. Parallel schreitet der Innenausbau der Haltestelle Stoltenstraße voran.

Ein Baugerät steht auf den Gleisen im Rohbau und verteilt Schotter.

Zahlen, die beeindrucken: 2.000 Tonnen Schotter, 1.426 Holzschwellen und rund 2.040 Meter Schiene liegen schon im U4-Tunnel unter der Manshardtstraße. Damit ist bereits ein Drittel des Gleisbaus zwischen Kreuzungsbauwerk und Kehr- und Abstellanlage geschafft.  

 

Drohnenaufnahme zeigt Blick in die offene Baugrube für den Tunnel. Zu sehen sind Gleise. An der Baugrube steht ein grüner Bagger.

 

Seit 1. Februar dieses Jahres heben Bagger das Material über die Gleisbauöffnung in Höhe der Speckenreye in den Tunnel. Dort wurde der Schotter vom Team der Gleisbaufirma Willke verteilt und per Rüttelplatte verdichtet und auf dasselbe Niveau gebracht, um anschließend Meter für Meter Schwellen und Gleise zu verlegen. In Richtung Hermannstal liegen sie schon auf einer Streckenlänge von etwa 230 Meter, in Richtung Osten auf gut 350 Metern – und damit auch in einem Großteil der Haltestelle Stoltenstraße.  

 

Ein Bauarbeiter bearbeitet mit einem Gerät den Schotter am Gleisbett.

 

Was die Schiene auf der Schwelle hält? Eine Spannklemme (Foto). Diese elastische Halterung befestigt die Schiene an der Rippenplatte der Schwelle und federt zugleich die Stöße der UBahnen ab. 

 

Bild zeigt Befestigung der Gleise im Gleisbett.

 

Noch mehr Meter 

Sobald die noch im Bau befindlichen U4Tunnelabschnitte im Rohbau fertig sind, kann der Gleisbau östlich und westlich der bisherigen Strecke fortgesetzt werden. Dies betrifft unter anderem den Lückenschluss im Bereich der Querungen der Manshardtstraße in Höhe Rudolf-Roß-Allee und Dannerallee. Dazu gehören zudem der Bereich der Kehr- und Abstellanlage am östlichen Ende (Foto) sowie der Streckenabschnitt östlich des Hermannstals. 

 

Drohnenfoto zeigt offene Baugrube der U Horner Geest.

 

Planmäßig soll im Juni 2026 der Gleisbau für die rund 460 Meter zwischen den Haltestellen Stoltenstraße und Horner Geest starten und ab Herbst dann auch am westlichen Ende nahe Kroogblöcke (Foto) fortgesetzt werden. 

 

Zu sehen ein Bagger in einer Baugrube.

 

Übrigens: Aktuell liegen die Schienen erstmal nur locker auf dem Schotter auf. Erst wenn sich alle Gleise an Ort und Stelle befinden, erfolgt das Finetuning. Dafür kommt im Herbst 2026 eine Stopfmaschine zum Einsatz. Fans des Gleisbaus kennen die 30 Tonnen schwere Maschine bereits aus dem Bestandsnetz der HOCHBAHN. Dort ist das Gerät regelmäßig unterwegs, um den Schotter zu verdichten, damit ein stabiles Fundament für den U-Bahn-Betrieb gewährleistet ist.

 

Drohnenaufnahme zeigt U4-Baustelle am Sandkamp.

 

Vorgeschmack auf den Herbst 

Da sich die U4-Baustelle im zweiten Abschnitt aktuell in einer „Insellage“ befindet, also nicht mit dem Bestandsnetz der HOCHBAHN verbunden ist, wird die Stopfmaschine nicht wie üblich auf dem Schienenweg fahren können. Was fehlt? Das Verbindungsstück zwischen Kreuzungsbauwerk und U4-Tunnel unter der Manshardtstraße, das erst am Ende der U4-Bauarbeiten fertiggestellt wird. Entsprechend spektakulär wird die „Anreise“ der Stopfmaschine werden: Per Schwerlastkran wird sie im Herbst in den Tunnel gehoben. 

Gute Aussichten für die Zukunft: „Sind die Gleise erst einmal eingebaut, halten sie im Tunnel problemlos rund 60 Jahre UBahnBetrieb aus“, sagt Niels Schefe, der im U4-Team der HOCHBAHN den Gleisbau für den zweiten Abschnitt betreut und zuvor Projektleiter für den ersten Bauabschnitt der U4-Verlängerung war. „Beim Abbruch des bestehenden U2-Tunnels im ersten Bauabschnitt haben wir noch die Gleise vorgefunden, die 1969 eingebaut wurden“, so Schefe. „So langlebig können Schottergleise im U-Bahn-Tunnel sein.“ 

 

Rohbau der U4-Haltestelle Stoltenstraße. Zu sehen ist der Treppenaufgang, sowie eine installierte Fahrtreppe.

 

Und sonst so? 

Parallel zum Gleisbau arbeitet das U4-Team weiterhin am Innenausbau der Haltestelle Stoltenstraße. Im März konnten bereits drei Fahrtreppen an ihrem zukünftigen Arbeitsort eingepasst werden, die vierte Fahrtreppe soll Ende April die Lieferung aus dem Horner TKE-Werk komplettieren. 

Darüber hinaus sind zwei Zugänge bereits mit festen Treppen versehen, aktuell laufen die Arbeiten am dritten Zugang. Zudem wird die Haltestelle technisch und später die Seitenbahnsteige mit dem finalen Belag ausgestattet. 

 

Weitere Informationen 

 

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Kommentare

Gespeichert von Gast am Fr., 24.04.2026 - 21:01

Warum werden hier Holzschwellen verbaut? Im Bestandsnetz beobachte ich, dass bei sämtlichen Gleisbauarbeiten die alten Holzschwellen durch Betonschwellen ersetzt werden. Auch die U4 in der HafenCity hat meines Wissens Betonschwellen. Warum hier nicht?

Also ich war gerade am vergangenen Freitag mit der U4 in der Hafen City unterwegs, da habe ich von Betonschwellen nix gesehen. Im Tunnel werden doch die Holzschwellen auch gar keinen Witterungseinflüssen ausgesetzt, anders als bei oberirdischen Abschnitten.

Guten Tag und vielen Dank für Ihr Interesse am Bau der U4-Verlängerung auf die Horner Geest.

Die Wahl der Schwellen hängt von den Streckenabschnitten ab, auf denen sie verwendet werden. Bei U-Bahn-Strecken, die nicht in einem Tunnel liegen, werden ausschließlich Betonschwellen eingesetzt, da diese widerstandsfähiger gegenüber den Witterungseinflüssen und damit langlebiger sind. Dagegen werden in den Tunnelbereichen, wo trockene klimatische Verhältnisse herrschen, Holzschwellen verbaut. Auch im Tunnel der U4 in die HafenCity liegen Holzschwellen. Dort, wo die U-Bahn aus dem Tunnel auftaucht, um die Haltestelle Elbbrücken zu erreichen, wechseln die Schwellen dann von Holz auf Beton.  

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