Eiszeit-Schatz in Bramfeld gehoben

Beim Ausheben der Baugrube für die künftige U5-Haltestelle wurde ein gewaltiger Findling ans Tageslicht befördert. Jetzt steht der Name für den steinalten Brocken fest.

20-Tonnen-Findling in Bramfeld entdeckt.

Ein echter Bramfelder „Brocken“ sorgt für Aufsehen: Auf der U5-Baustelle ist beim Ausheben der Baugrube für die künftige Haltestelle ein gewaltiger Findling ans Tageslicht gekommen – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Der Granitkoloss bringt rund 22 Tonnen auf die Waage, misst 3,2 x 2,5 x 2,1 Meter und hat damit die Größe eines kleinen Bramfelder Gartenhäuschens. 

Aktualisierung (08.04.2026) 

Jetzt steht auch sein Name fest: Umweltsenatorin Katharina Fegebank hat den steinalten Fund offiziell auf den Namen „Bramfels“ getauft. Die Entscheidung ist damit auf einen Namen gefallen, der nicht nur Fundort und Beschaffenheit vereint, sondern auch mit großem Abstand für die größte Begeisterung digital und analog sorgte.

Das Besondere: Laut Geologischem Landesamt stammt der Stein aus der Saale Eiszeit und wurde vor etwa 200.000 Jahren mit einem Gletscher nach Hamburg geschoben – lange bevor es Bramfeld oder die Elbe in ihrer heutigen Form gab. Ein echtes Stück Erdgeschichte also. 

Als die Baggerschaufel in rund sieben Metern Tiefe auf den Findling stieß, war der Überraschungseffekt auf der Baustelle enorm. So beschreibt Patrick Kunath, U5-Teilprojektleiter in Bramfeld die Situation: „So ein Findling ist selbst für ein Großprojekt wie die U5 eine Seltenheit. Plötzlich stand alles still – und alle wollten den Stein sehen. Auch die Kolleginnen und Kollegen vom Geologischen Landesamt waren umgehend vor Ort“. 

Neue Heimat für den Findling 

Lange bevor die Arbeiten zum Bau der U5 beginnen, wird das Erdreich entlang der geplanten Strecke und Haltestellen gründlich untersucht. Doch trotz engmaschiger Baugrunderkundung können sich Findlinge wie dieser im Untergrund verstecken. 

Für die Bergung des 22-Tonnen-Steins rückte ein mobiler Spezialkran an, der den Findling mithilfe einer Hebevorrichtung behutsam aus der Baugrube hob. Nun wird in Abstimmung zwischen dem Geologischen Landesamt, dem Bezirksamt Wandsbek und der HOCHBAHN U5 Projekt GmbH beraten, wo der imposante Stein künftig seinen Platz in Hamburg finden könnte – vielleicht sogar direkt in Bramfeld als neues Stück Stadtteilgeschichte. Was diesem besonderen Fund jetzt noch fehlt? Ganz klar: ein eigener Name. Vorerst wird der Findling auf der Baustelle zwischengelagert.

U5-Arbeiten in Bramfeld gehen weiter 

Die Arbeiten für den Bau der neuen U5-Haltestelle werden planmäßig fortgesetzt. Die Schlitzwandarbeiten sind nahezu abgeschlossen, die Baugrube ist stellenweise auf bis zu 7 Meter Tiefe ausgehoben. Wie auch in Barmbek Nord ist die Baugrube halbseitig mit Stahlbetonplatten überdeckelt, damit der Verkehr am Bramfelder Dorfplatz besser fließen kann. Mit der geplanten Fertigstellung im Jahr 2033 können Bramfelderinnen und Bramfelder mit der neuen, vollautomatischen U-Bahn-Linie in 26 Minuten die Hamburger Innenstadt erreichen.
 

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Kommentare

Gespeichert von Thomas am Fr., 20.03.2026 - 13:56

Schön, dass auch über solche Funde berichtet wird. Ist schon spannend wie der Bau in Bramfeld und City Nord vorangeht.
Mit der Fertigstellung in 2033 ist aber doch noch nicht die Innenstadt in 20 Minuten erreichbar, oder? 2033 geht die U5 doch erstmal bis Borgweg, oder soll dann der Abschnitt bereits bis zum Hauptbahnhof fertig sein? ;-)

sind erst mal 5 Stationen, Bramfeld bis City Nord, direktes Umsteigen zur Ubahn im Bereich Sengelmannstrasse, afaik indirekt zur Sbahn im Bereich Barmbek Nord. Wirklich schneller kommt man damit vermutlich erst mal nicht in die Innenstadt, ist ja eher Querverbindung, dazu Umsteigen und auch zur U5 irgendwie hinkommen. Fertigstellung der gesamten Strecke der U5 ist wohl nicht vor 2040. Details sind ja hier auf der Seite zu finden. Der HVV baut ja regelmäßig sehr termintreu, das muss man auch mal positiv anmerken, dh ich würde auch davon ausgehen, dass die 5 Haltestellen in 2033 befahrbar sind. Was die weitere Strecke betrifft ist da noch viel Planung im Gang, und 15 Jahre ist auch eine lange Zeit.

Danke für den Hinweis, Thomas – völlig richtig!
Im Jahr 2033 fährt die U5 zunächst bis Haltestelle Borgweg. Die Fahrzeit von Bramfeld bis in die Innenstadt beträgt dann rund 26 Minuten. Erst mit der vollständigen Fertigstellung der gesamten U5-Linie – oder zumindest des Abschnitts bis zum Hauptbahnhof – wird die Strecke in etwa 20 Minuten möglich sein.
Die entsprechende Stelle im Text haben wir bereits korrigiert.

„BRAMFELS“ wäre ein passender Name und liegen könnte er auf der Insel des Kreisels Heukoppel/ Ellernreihe. Da die Bepflanzung auf der Insel ja auch nicht sehr einladend aussieht⁉️

Gespeichert von Tomke Ande am Fr., 20.03.2026 - 13:56

Der Findling ist ein echter Oschi. So ein riesending. Ich gebe ihm den Namen "Oschi"

Gespeichert von Gast am Fr., 20.03.2026 - 14:08
Antwort auf von Tomke Ande

Wir könnten ihn zu Ehren unseres ehemaligen ersten Bürgermeisters "Olaf" nennen.

Gespeichert von Juergen werner Iserloth am Fr., 20.03.2026 - 14:23

Es ist alles sehr schön.Aber die Baudauer ist nicht nachvollziehbar. Übergibt Planung und Ausführung den Chinesen. Dann würde die Strecke bis Osborn bis spätestens in 5 Jahren fertig sein!

Gespeichert von Elli am Sa., 21.03.2026 - 09:13
Antwort auf von Juergen werner Iserloth

Auch in China wäre ein solches Projekt nicht in 5 Jahren fertig. Es sind immerhin 29km, durch eine dicht bebaute Großstadt.

Gespeichert von GAST am Mi., 01.04.2026 - 10:46
Antwort auf von Elli

In China würde man ohne Rücksicht auf Verluste alles aus dem Weg räumen.

Gespeichert von Uwe am Fr., 20.03.2026 - 14:33

Der Findling wurde in der Bramfelder Baugrube gefunden und nirgendwo anders. Also gehört er zu Bramfeld, wie das ehemalige Ginsterfeld. Da das ja nicht geklappt hat, mit dem Ginster, wäre es doch schön wenn der Findling im Bramfelder Bahnhof verbleibt, evt. unten auf dem Bahnsteig, gerne mit entsprechenden Hinweistafeln über seine Geschichte. Sieht gut aus, gehört zur Bramfelder Geschichte und wird im Bahnhof und nicht draußen! hoffentlich nicht so beschmiert wie der alte Schwede. Also Bramfelder das ist eine einmalige Möglichkeit.

Gespeichert von Hartwig Hillers am Fr., 20.03.2026 - 14:48

Moin,

der "Bramfels" hat bisher den Stadtteil ja noch nicht geprägt, also gibt es auch keinen "historischen Ort".
Ich finde, der Bramfels kann gut in den neu zu gestaltenden Dorfplatz in ein Ensemble aus Schleswig-Holsteindenkmal und Ruhemöbeln aus der ehemaligen Friedenseiche integriert werden.

Gespeichert von Vivian Wagner am Fr., 20.03.2026 - 15:09

Moin! Der Findling könnte „Bramfelder Brocken“ heißen und sollte natürlich in der Nähe der U-Bahn in Bramfeld bleiben!

Gespeichert von Kai Krüger am Fr., 20.03.2026 - 17:50

Na, der gehört doch wohl auf (oder in) den Bramfelder Bahnsteig wie der historische Eichenpfahl in den Bahnhof Jungfernstieg! Klar, stört die Planung für Döner- und Zeitungsbude. Aber mit gutem Willen ...

Und als Name passt doch Bramfelder Brocken gut!

Gespeichert von Marcus am Fr., 20.03.2026 - 18:09

Ich finde es müsste einen öffentlichen digitalen Namenswettbewerb geben. Vorschläge werden von einer Jury vorab geprüft (damit kein "witziger" Schwachsinn durchkommt). Dann auf den Kreisel damit oder wo jetzt die Baugrube ist später obendrauf mit Info-Tafel und Fotos von der Baustelle. Könnte ein neues örtliches Wahrzeichen werden. Also vermasselt nicht die historische Chance liebe Verantwortlichen ;-)

Gespeichert von Gast am Fr., 20.03.2026 - 23:15

Ehrlich gesagt gehört der Findling für mich direkt auf den Bahnsteig. Ähnlich wie am Jungfernstieg mit dem alten Holzpfahl, der auch bei den Arbeiten gefunden wurde.

Gespeichert von Gast am Mo., 23.03.2026 - 10:45

Ich wäre für "Johannes Bramsfels" in Anlehnung an den Hamburger Komponisten Johannes Brahms und natürlich den Stadtteil aus dem der Stein kommt. Der gute Mann hat zwar eher klassische und weniger Rock-Musik gemacht, aber sei's drum ;)

Gespeichert von Michael T. am Mo., 23.03.2026 - 12:18

Nicht ganz ernstgemeinter Wortwitz - ich würde ihn U5ling, in Worten UFünfling nennen😉

Gespeichert von Karin Coch am Mo., 23.03.2026 - 17:34

Ich finde den Namen "Bramfelder Brocken" sehr passend und hoffe sehr, dass er auf dem Dorfplatz verbleibt. Eine echte Attraktion für Bramfeld.

Gespeichert von Michael Hußmann am Di., 24.03.2026 - 15:16

„Bramfels“ war meine spontane erste Idee und ich finde sie immer noch am besten.

Gespeichert von Renate Barschow am Sa., 28.03.2026 - 11:31

Die Hochbahn hat Recht. Der Findling muss einen Namen haben. Wird eine Abstimmung erfolgen wie bei der Wahl für den Stationsnamen ?

Hallo Frau Barschow,

vielen Dank für Ihren Namensvorschlag. Nachdem die Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA), die Behörde für Verkehr und Mobilitätswende (BVM) sowie das Bezirksamt Wandsbek und die HOCHBAHN nach dem Fund öffentlich über Social Media dazu aufgerufen hatten, Namensvorschläge für den Findling einzureichen, hat Umweltsenatorin Katharina Fegebank den Findling nun offiziell auf den Namen „Bramfels“ getauft. Die Entscheidung ist damit auf einen Namen gefallen, der nicht nur Fundort und Beschaffenheit vereint, sondern auch mit großem Abstand für die größte Begeisterung digital und analog sorgte.

Gespeichert von Michael Dürrwächter am Sa., 28.03.2026 - 20:07

Der Findling muss in Bramfeld bleiben - und öffentlich sichtbar sein! Sein Name: "Bramfels" oder "Bramfelder Brocken"!

Gespeichert von Petra Wagner am Mi., 08.04.2026 - 20:01

Hallo, ihr ist die Namensgeberin des "Bramfels"! Ich hoffe, ich werde wenigstens (wenn schon nicht zur Taufe), zur endgültigen Standortlegung eingeladen... Mit besten Grüßen Petra Wagner

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